Nachwort zur zweiten Auflage

Das neue Pearl Harbor - Band 1
Beunruhigende Fragen zur Bush-Regierung und zum 11. September

Nachwort zur zweiten Auflage

Dieses Nachwort zur zweiten Auflage enthält drei Arten von Material. Es erörtert einige Änderungen im vorstehenden Text gegenüber der ersten Auflage. Des Weiteren erörtert es einige weitere Punkte, zu denen sich Fragen ergeben haben. Hinzu kommen zusätzliche Beweise, die gegen die offizielle Theorie und für die Anklage der offiziellen Mittäterschaft sprechen. Ich beginne mit dem letzten Punkt.

Die »Entführer« und die eigentliche »Verschwörungstheorie« zum 11. September

In der Einleitung der ersten Auflage bemerkte ich, dass Menschen, die die offizielle Version des 11. September akzeptieren und sagen, dass sie alle »Verschwörungstheorien« ablehnen, nicht klar ist, dass die offizielle Darstellung selbst die ursprüngliche Verschwörungstheorie zum 11. September ist – laut der arabische Muslime, die von Osama bin Laden geleitet wurden, allein für die Anschläge verantwortlich sind. Ich habe auch am Ende von Kapitel 6 darauf hingewiesen, dass es ernsthafte Fragen zur Identität der angeblichen Entführer angesichts von Beweisen gibt, dass mindestens fünf der neunzehn noch am Leben sind und dass einige von ihnen, darunter Mohammed Atta, ein Verhalten zeigten, dass darauf hindeutet, dass sie keine aufrichtigen Muslime waren, die bereit waren, ihrem Schöpfer gegenüberzutreten.1 Allerdings war meine Diskussion der Probleme in der offiziellen Darstellung der Entführer kurz und nicht sehr prominent. Dabei habe ich nicht im Einzelnen dargelegt, wie stark diese Probleme die offizielle Theorie schwächen, indem sie enthüllen, dass es sich um eine »Verschwörungstheorie« im schlimmsten Sinne des Wortes handelt. Ich möchte nun stärker als zuvor hervorheben, wie problematisch die Theorie von arabisch-muslimischen Entführern ist.

Ein Punkt, der deutlich macht, dass es sich nicht nur um Hörensagen handelt, ist, dass die fünf fraglichen Männer noch am Leben sind. Zum Beispiel wurde Waleed M. al-Shehri nicht nur, wie ich erwähnte, von einer in London ansässigen Zeitung interviewt. Laut Associated Press sprach er auch elf Tage nach dem 11. September in der US-Botschaft in Marokko vor, wo er für eine Fluggesellschaft arbeitet.2 Ebenso berichtete David Harrison vom Telegraph am 23. September 2001, dass Salem al-Hazmi, dem die Entführung von Flug 77 vorgeworfen wurde, »gerade von einem Urlaub in Saudi-Arabien zu seiner Arbeit in einem petrochemischen Komplex in die Industriestadt Yanbou im Osten zurückkehrte, als die Entführern zuschlugen.« Ein anderer aus der Gruppe, Saeed al-Ghamdi, beschrieb Harrison seine Reaktion, als er erfuhr, dass das FBI ihn als einen der Entführer angegeben hatte: »Ich war völlig schockiert. In den letzten zehn Monaten war ich in Tunis mit 22 anderen Piloten, um Airbus 320 fliegen zu lernen. Das FBI lieferte keine Beweise meiner mutmaßlichen Beteiligung an den Anschlägen.«3

Darüber hinaus scheinen neben den fünf erwähnten Fällen noch mehr Identifizierungen falsch zu sein. Ahmed Alnami, der angeblich mit Flug 93 geflogen sein soll, wurde von Harrison wie folgt zitiert: »Ich bin noch am Leben, ich war geschockt meinen Namen zu sehen, als er vom amerikanischen Justizministerium erwähnt wurde. Ich habe noch nie von Pennsylvania gehört, wo ich das Flugzeug entführt haben soll [verwechselt mit der Absturzstelle].«4 Ebenso problematisch ist die Tatsache, dass Hani Hanjour, der angebliche Pilot von Flug 77, nach allen Berichten nicht in der Lage war, solch ein Flugzeug zu fliegen. Schließlich gibt es außer den im sechsten Kapitel erwähnten Zweifeln daran, ob sich Satam al-Suqami und Mohamed Atta, die angeblichen Rädelsführer, wirklich auf den Flügen befanden, weitere Gründe zu glauben, dass noch weitere der angeblichen Entführer falsch identifiziert wurden.5 Es stellt sich deshalb die Frage, ob überhaupt einer der angegebenen Männer tatsächlich dort mitgeflogen ist.6

Angesichts der Bedeutung der Vorstellung, dass die Vereinigten Staaten von neunzehn arabisch-muslimischen Selbstmord-Entführern, von denen fünfzehn aus Saudi-Arabien stammen, für den »Krieg gegen den Terror«, hätten wir da nicht erwarten sollen, dass die Regierung mehr Beweise vorlegt, dass diese Männer wirklich die Täter der Anschläge waren? Sollten wir nicht wenigstens erwarten, dass die Verschwörungstheorie der Regierung nicht so offensichtlich falsch erscheinen würde? Hätten wir nicht erwarten sollen, dass die Presse die Richtigkeit der Behauptungen der Regierung kontrolliert und uns dann über Unstimmigkeiten informiert? Da nichts davon bereits passiert ist, sollten wir nicht erwarten können, dass die Presse nun endlich dieser Frage nachgeht, statt weiterhin jeden als (offenbar verwirrten) »Verschwörungstheoretiker« abzutun, der die Verschwörungstheorie der Regierung in Frage stellt?

Eine Änderung der Standardprozeduren?

In der ersten Auflage basierte meine Erörterung des Versagens, Flug 11, 175, und 77 abzufangen auf den Publikationen von Kritikern, die annahmen, dass langjährige Standardprozeduren für die Reaktion auf möglicherweise entführte Flugzeugen immer noch in Kraft waren. In der vorliegenden Auflage habe ich die Behauptungen dieser Kritiker wiederholt, ohne sie unbedingt zu teilen, und dann Hinweise hinzugefügt, insbesondere in den Anmerkungen,7 dass die Frage, ob diese Prozeduren vor dem 11. September verändert wurden, in diesem Nachwort erörtert wird.

Es gibt in der Tat ein Dokument, das als Hinweis verstanden werden kann, dass eine Veränderung dieser Verfahren vorgenommen wurde. Selbst wenn es so gelesen wird, würde dieses Dokument jedoch nicht die Grundlage dafür einschränken, zu vermuten, dass die Anschläge auf das WTC und das Pentagon nur wegen offizieller Komplizenschaft gelangen. Bevor ich die Argumente erörtere, werde ich jedoch nahelegen, dass dieses Dokument nicht im Sinne einer substanziellen Veränderung des Verfahrens verstanden werden sollte.

Die langjährigen Verfahren, von denen die Kritikern, die ich zitiert habe, annehmen, sie seien noch in Kraft, wurden in der CJCSI (Chairman of the Joint Chiefs of Staff Instruction, Anweisung des Vorsitzenden der Vereinigten Generalstäbe) 3610.01, herausgegeben am 31. Juli 1997, formuliert. Diese Verfahren wurde allerdings durch CJCSI 3610.01A am 1. Juni 2001 abgelöst,8 die sofort in Kraft trat. Die Frage ist, ob dieses neue Dokument die Verfahren für Notfälle dieser Art, die am 11. September stattfanden, änderte.

Das Dokument vom 31. Juli 1997 verweist auf ein anderes Dokument vom 18. Februar des gleichen Jahres, bekannt als DoDD (Department of Defense Directive, Anweisung des Verteidigungsministeriums) 3.025.15. In Abschnitt 4.7.1 dieses Dokuments mit dem Titel »Immediate Response« (‚Unmittelbare Reaktion’), lesen wir:

Anfragen auf eine unmittelbare Reaktion (also jede Form von Sofortmaßnahmen, unternommen durch einen Teil des Verteidigungsministeriums oder einen Militärkommandanten, um unter drohenden schweren Bedingungen Leben zu retten, menschliches Leid zu verhindern oder große Sachschäden abzumildern) kann an jeden Teil oder jedes Kommando gerichtet werden. Teile des Verteidigungsministeriums, die mündliche Anfragen von zivilen Behörden für die Unterstützung in einem zwingenden Notfall erhalten, können eine informelle Planung initiieren und, falls erforderlich, sofort reagieren, wie in DoD-Direktive 3.025.1 autorisiert.

Wenden wir uns nun dem Dokument vom 21. Juni 2001 (CJCSI 3610.O1A) zu: Die Behauptung, dass es eine inhaltliche Änderung vornahm, könnte auf einem Abschnitt mit dem Titel »Military Escort Aircraft« (Militärische Flugzeugeskorte) beruhen, welcher besagt:

Wenn gemeldet wird, dass eine militärische Flugzeugeskorte in Verbindung mit einem Flugzeug-Piraterie-(Entführungs-)Notfall benötigt wird, informiert das DDO, NMCC das entsprechende Kommando oder USELEMNORAD, um festzustellen, ob geeignete Flugzeuge zur Verfügung stehen und leitet das Ersuchen an den Verteidigungsminister zur Genehmigung in Übereinstimmung mit DODD 3025.15 weiter.

Obwohl sich dieser Satz wieder auf das Dokument vom Februar 1997 bezieht, das eine sofortige Reaktion von jedem Teil oder Befehlshaber des Verteidigungsministeriums erlaubt, interpretiert diese Aussage, so einige Leser dieser Dokumente, in Wirklichkeit das frühere Dokument neu, indem es besagt, dass der Antrag die Zustimmung des Verteidigungsministers haben muss, bevor irgendeine Maßnahme ergriffen werden kann. Diese Leser kamen zu dem Ergebnis, dass dieses neue Dokument, das etwa drei Monate vor dem 11. September in Kraft gesetzt wurde, die Reaktion viel umständlicher und zeitaufwendiger machte, da es die vorherigen Zustimmung des US-Verteidigungsministers erforderte, und zwar nicht nur für den Abschuss, sondern auch für das Starten von Kampfflugzeugen, um ein möglicherweise entführtes Flugzeug abzufangen.9

Allerdings finden wir in einem Abschnitt dieses neuen Dokuments mit dem Titel »Luft-Piraterie (Entführung) von zivilen und militärischen Flugzeugen« folgende Aussage:

Das NMCC ist die zentrale Stelle innerhalb des Verteidigungsministeriums, um Hilfe anzubieten. Im Falle einer Entführung wird das NMCC auf dem schnellstmöglichen Weg von der FAA informiert. Das NMCC wird – mit Ausnahme der unmittelbaren Reaktionen wie durch Referenz d autorisiert – Anfragen auf Unterstützung durch das Verteidigungsministerium an den Verteidigungsminister zur Genehmigung weiterleiten. (Hervorhebung hinzugefügt)

Angesichts der hervorgehobenen Stelle scheinen Anfragen auf »sofortige Reaktionen« nicht die vorherige Zustimmung des Verteidigungsminister erfordern, jedenfalls nicht mehr, als im Jahr 1997.

Diese Lesart könnte sicherlich durch eine Prüfung der Inhalte von »Referenz d« geschwächt werden. Referenz d gehört jedoch zu dem bereits zitierten Dokument von 1997, Richtlinie 3025.15. Das Dokument von 2001 bekräftigt dadurch den Abschnitt 4.7.1 dieses früheren Dokuments, wonach »Teile des Verteidigungsministeriums, die mündliche Anfragen von zivilen Behörden für die Unterstützung in einem anspruchsvollen Notfall erhalten, informelle Planungen einleiten und, falls erforderlich, sofort reagieren können. …«10

Eine weitere Passage, die man als inhaltliche Änderung verstehen könnte, ist Abschnitt 4.7.2.1, in dem es heißt: »Der Verteidigungsminister ist die Genehmigung erteilende Autorität für alle Anträge auf Unterstützung in potenziell tödlichen Situationen … durch die Strafverfolgungsbehörden.«11 Jedoch ist dies ein Unterpunkt von 4.7.2, mit dem Thema: »Amtshilfe durch Ausrüstung, Einrichtungen oder Personal zur Durchsetzung von Strafverfolgung« Das hat nichts mit dem Einsatz von Kampfflugzeugen zu tun, die möglicherweise entführte Flugzeuge abzufangen.

Insgesamt scheint es, dass CJCSI 3610.01A, in Kraft getreten am 1. Juni 2001, keine Veränderung mit sich brachte, die die Standardverfahren für die Reaktion auf Anzeichen dafür, dass ein Flugzeug entführt worden ist, verlangsamt hätte.

Nehmen wir jedoch an, die Bush-Regierung – wenn sie jemals danach gefragt werden sollte – würde uns eine andere Interpretation geben. Sie könnte sagen, dass die neuen Verfahren erforderten, dass Anfragen zum Abfangen von Flugzeugen persönlich vom Verteidigungsminister genehmigt werden müssten. In diesem Fall könnte die Regierung das Versäumnis, Kampfflugzeuge aufsteigen zu lassen, durch die Behauptung erklären, dass Rumsfeld aus irgendeinem Grund nicht erreicht werden konnte (ein weiteres »Kommunikationsproblem«). Aber wenn das die Interpretation der Regierung wäre, wie könnte sie eine solche Änderung des Verfahrens rechtfertigen, durch welche die Verteidigung des Landes gegen Terroranschläge von der Fähigkeit abhängt, mit einem bestimmten Individuum in Kontakt zu treten? Außerdem, selbst wenn die Aussage so verstanden wird, dass nicht Rumsfeld persönlich gemeint war, sondern sein Büro, wäre eine solche Änderung des Verfahrens, circa drei Monate vor den Anschlägen des 11. September, nicht höchst verdächtig? Wäre es nicht dem großen Verdacht ähnlich, der entstand, als bekannt wurde, dass der Besitzer einiger Gebäude eine sehr hohe Versicherung auf sie abgeschlossen hatte, kurz bevor sie unter mysteriösen Umständen zerstört wurden?

Ich ziehe die folgenden Schlussfolgerungen bezüglich CJCSI 3610.01A: Erstens brachte sie keine wesentlichen Änderungen bei den Standardverfahren für den Umgang mit möglicherweise entführten Flugzeugen. Zweitens scheint sie allenfalls, indem sie scheinbar verschiedene Dinge an verschiedenen Orten sagte, eine Grundlage für eine »Verteidigung aufgrund von Verwirrung« bieten zu können, wobei Beamte behaupten könnten, dass ihre Reaktionen langsamer als in der Vergangenheit waren, weil sie nicht wussten, welche Anweisung anzuwenden war. Drittens wäre auch diese Art der Verteidigung schwierig, weil das Dokument da war, um im Voraus analysiert zu werden und der Satz »mit Ausnahme der unmittelbaren Reaktion« bei Entführungen eindeutig Vorrang hat. Viertens, wenn das Dokument durch inhaltliche Änderungen die Standardverfahren verlangsamt hätte, würde die Grundlage für den Verdacht der offiziellen Mitschuld an den Anschlägen des 11. September nicht geschwächt werden, sondern einfach nur verschoben.12

Der Anschlag auf das Pentagon

Meine Erörterung des Anschlags auf das Pentagon enthielt in der ersten Auflage zwei Fehler.13 Ich schrieb fälschlicherweise, dass alle Mauern, die im Westflügel durchschlagen wurden, verstärkt worden waren, während dies nur bei der Außenfassade der Fall war. Daneben nahm ich fälschlicherweise an, Meyssan hätte gesagt, dass ein Grund für die Schlussfolgerung, dass nur die Spitze einer Boeing 757 in das Pentagon eingedrungen sei, war, dass nur drei Ringe des Pentagons durchdrungen wurden, während es innen genug Raum für die gesamte Länge einer 757 gab, vor allem angesichts der Tatsache, dass das Fluggerät in einem 45-Grad-Winkel eingeschlagen war.14 In der vorliegenden Auflage mache ich deutlicher, dass die Behauptung, dass nur die Nase eingedrungen war, allein dadurch begründet wird, dass das Eintrittsloch, bevor die Fassade des Westflügels zusammenbrach, nach fotografischen Beweisen viel zu klein war, um den Rest des Flugzeugs aufzunehmen. In der Tat gab es keine Schäden über oder neben diesem Loch.

Neben diesen Korrekturen habe ich durch einige kleinere Änderungen deutlicher als zuvor gemacht, dass ich nicht unbedingt Meyssans Raketen-Theorie zustimme. Was Meyssan und gleichgesinnte Forscher als handfeste Beweise vorgelegt haben, ist das zweiteilige Argument, dass das, was das Pentagon traf, keine Boeing 757 war, sondern ein viel kleineres Fluggerät war, und – angesichts der Tatsache, dass es nicht von den Raketen des Pentagons abgeschossen wurde – stattdessen irgendein militärisches Fluggerät gewesen sein muss (mit Transpondern, die ein »Freund-Signal sendeten). Das sind die entscheidenden Punkte, bei denen die Frage, ob es nun eine Rakete war oder ein kleines militärisches Fluggerät war, eine Nebensache ist (und zwar eine, die mit den derzeit verfügbaren Beweisen nur unzureichend geklärt werden kann).

Neben dem Hinweis auf diese Änderungen möchte ich noch ein interessantes Gespräch erwähnen, über das Verkehrsminister Norman Mineta während seiner Zeugenaussage vor der 9/11-Kommission am 23. Mai 2003 berichtete.

Nachdem er am Morgen des 11. September im Weißen Haus eingetroffen war, also kurz bevor das Pentagon getroffen wurde, wurde Mineta vom Secret Service zum Notfalloperationszentrum des Präsidenten begleitet, das Vizepräsident Cheney leitete. Als Antwort auf eine Frage von Lee Hamilton gab Mineta die folgende Darstellung:

Während das Flugzeug auf das Pentagon zukam, kam ein junger Mann hinein, der zum Vizepräsidenten sagte, „Das Flugzeug ist 50 Meilen entfernt“, „Das Flugzeug ist 30 Meilen entfernt.“ Als er „das Flugzeug ist 10 Meilen entfernt“ sagte, fragte der junge Mann den Vizepräsidenten außerdem: „Stehen die Befehle noch?“ Und der Vizepräsident drehte seinen Kopf herum und sagte: „Selbstverständlich stehen die Befehle noch. Haben Sie etwas Gegenteiliges gehört?“

Mineta folgerte daraus, dass sich »die Befehle« auf die Anweisung bezog, das Flugzeug abzuschießen. Aber einige Kritiker haben darauf hingewiesen, dass es Befehle sein könnten, das Flugzeug nicht abzuschießen, vor allem angesichts der beiden Tatsachen, dass »das Flugzeug« (was auch immer es gewesen sein mag) nicht abgeschossen wurde und dass diese Interpretation der Frage des jungen Mannes mehr Sinn ergeben würde. Das heißt, wenn die Befehle lauteten, ein unbekanntes, in Richtung des Pentagon fliegendes Flugzeug abzuschießen, wäre es nicht mehr als offensichtlich, dass sie noch galten, vor allem angesichts dessen, was gerade in New York City passiert ist? Dies scheint zumindest eine Frage zu sein, der nachgegangen werden sollte.

Minetas Bericht bringt auch einen weiteren Grund ins Spiel, skeptisch gegenüber Rumsfelds Behauptung zu sein, er hätte nicht gewusst, dass ein Flugzeug auf ihn zuflog. Ist es plausibel, dass Cheney und andere im Weißen Haus dies wussten, aber nicht der Verteidigungsminister im Pentagon?

Weitere Beweise für eine kontrollierte Sprengung der Zwillingstürme und WTC 7

Im ersten Kapitel bot ich mehrere Gründe zur Annahme, dass die Zwillingstürme und Gebäude 7 des World Trade Center nicht durch Feuer zu Fall gebracht wurden, sondern kontrolliert gesprengt wurden. Hier folgen einige zusätzliche Beweise dafür.

Larry Silversteins Äußerung zu Gebäude Nr. 7: Ein Teil dieser zusätzlichen Beweise wurde – erstaunlicherweise – von niemand anderem als dem Mann erbracht, der WTC 7 erbaut hatte und vor kurzem einen Pachtvertrag über den gesamten Komplex abgeschlossen hatte: Larry Silverstein. In einer PBS-Dokumentation mit dem Titel »America Rebuilds« (Amerika baut wieder auf), die ursprünglich im September 2002 ausgestrahlt wurde, sagte Silverstein:

Ich erinnere mich, einen Anruf vom, äh, Feuerwehrchef bekommen zu haben, der mir mitteilte, dass sie sich nicht sicher seien, ob sie in der Lage wären, das Feuer einzudämmen, und ich sagte: „Wir hatten solch schreckliche Verluste an Menschenleben, vielleicht ist das Klügste, was man tun kann, es zu sprengen [„to pull“].“ Und sie fällten die Entscheidung, es zu sprengen [„to pull“] und wir sahen das Gebäude zusammenbrechen.15

Es erscheint sicherlich unglaublich, dass Silverstein, der fast 500 Millionen Dollar Gewinn durch den Zusammenbruch von Gebäude 7 verdiente,16 nicht nur enthüllen würde, dass das Gebäude absichtlich gesprengt wurde, sondern auch, dass er selbst die Empfehlung dazu gegeben hatte. »To pull« ist ein Begriff, der allgemein für den Einsatz von Sprengstoff benutzt wird, wenn ein Gebäude abgerissen wird. Angesichts der Nutzung dieses Begriffs sowie der Tatsache, dass Silverstein davon sprach, dass er zusah, wie Gebäude 7 zusammenbrach, nachdem die Feuerwehr »diese Entscheidung getroffen hatte, es zu sprengen („to pull“)«, ist es schwierig, die Äußerung auf andere Weise zu lesen – aber nicht unmöglich. Manche haben argumentiert, dass Silverstein lediglich meinte, er und die Feuerwehr hätten die Entscheidung gefällt, das Gebäude abzureißen, wonach es von alleine einstürzte, noch bevor sie beginnen konnten, ihren Plan durchzuführen.

Aber diese Auslegung ist problematisch. Wie in der Alex Jones-Show rhetorisch gefragt wurde: »Warum sollten sie überhaupt die Sprengung des Gebäudes in Betracht ziehen, wenn es nur zwei kleine sichtbare Feuer [im 7. und 12. Stock] besaß?«17

Außerdem wird die Ansicht, dass die Feuerwehr im Voraus wusste, dass Gebäude 7 vor dem Zusammenbruch stand, durch eine Äußerung von Tom Franklin untermauert, einem Fotograf, der sich um etwa 16.00 Uhr in der Nähe des Gebäudes befand. Eine spätere Erklärung, wie er dazu kam, ein Foto von Feuerwehrleuten beim Hochheben einer Flagge zu schießen, begann er mit den Worten: »Die Feuerwehr evakuierte das Gebiet, als sie sich auf den Zusammenbruch von Gebäude 7 vorbereiteten.«18 Diese Äußerung, so wurde in der Alex Jones-Show festgestellt,

deutet stark darauf hin, dass jemand die Feuerwehr anwies, sich von Gebäude 7 fernzuhalten, weil es kurz vor dem Zusammenbruch stand. Warum sollten sich Feuerwehrleute von einem Gebäude fernhalten, es sei denn, sie wussten, es würde zusammenbrechen? Kein Feuer hat jemals den Einsturz eines Stahlgebäudes verursacht und es gab es nur zwei kleine lodernde Brände.19

Ein Zeugnis des Vorwissens der Feuerwehr zum Zusammenbruch von Gebäude 7 kam in der Tat von den Mitarbeitern der Feuerwehr selbst. Assistant Chief Frank Fellini sagte Berichten zufolge zum stellvertretenden Leiter Nick Visconti: »World Trade Center 7, drohender Zusammenbruch, wir müssen die Leute rausbekommen.« Ein weiterer Feuerwehrmann, Joseph Pfiefer, erklärte später: »Ich erinnere mich, wie Chief Nigro auf diesen Punkt zurückkam und sagte, ich will nicht, dass noch mehr Leute getötet werden, alle sollen zwei Blocks weg gebracht werden, praktisch bis North End und Vesey, also ein gutes Stück entfernt. Wir standen da und sahen zu, wie Nr. 7 zusammenbrach.«20

Wie wir in Kapitel 1 gesehen haben, gibt es erhebliche physikalische Beweise dafür, dass Gebäude Nr. 7 durch eine kontrollierte Sprengung zu Fall gebracht wurde. Zu diesen Beweisen gehört die Tatsache, dass Videos des Zusammenbruchs zeigen, dass er einfach wie durch Sprengstoff verursacht aussah. Dan Rather sagte tatsächlich auf CBS News am selben Abend, dass der Zusammenbruch von WTC 7 »an jene Bilder erinnert, die wir alle zu oft im Fernsehen gesehen haben, wo ein Gebäude vorsätzlich durch gut platzierte Sprengladungen zerstört wurde, um es zu Fall zu bringen.«21

Nun scheint es, angesichts der Aussagen von Tom Franklin und den Feuerwehrleuten zusammen mit Silversteins Aussage, dass diese physikalischen Beweise für die kontrollierte Sprengung von WTC 7 durch mündliche Aussagen unterstützt werden. Wenn diese Interpretation korrekt ist, sind die Folgen gewaltig. Zunächst einmal, wäre Silverstein früher mit diesen Informationen herausgekommen, hätte er FEMA, die vier Monate zuvor ihren Bericht zum WTC herausgegeben hatte, nicht nur eine enorme Menge an Arbeit erspart, sondern auch die Verlegenheit der Veröffentlichung eines Berichts, der als bestmögliche Erklärung für den Zusammenbruch des WTC 7 eine Hypothese aufstellt, die »nur eine geringe Eintrittswahrscheinlichkeit« besitzt.

Die Ähnlichkeit der Zusammenbrüche: Noch wichtiger ist, dass, wenn eine kontrollierte Sprengung die wahre Erklärung dafür ist, warum das Gebäude Nr. 7 eingestürzt ist, die Ähnlichkeit zwischen diesem Zusammenbruch und denen der Zwillingstürme, uns zusätzliche Gründe liefern, von einer kontrollierten Sprengung als wahrer Erklärung für die letzteren auszugehen. Der Einsturz der drei Gebäude war sicherlich nicht in jeder Hinsicht identisch. Wie ich bereits in Kapitel 1 erwähnt habe, folgte der Einsturz von WTC 7 allein dem Muster eines typischen Abrisses (in dem der Zusammenbruch unten beginnt und in einem sehr kleinen Haufen Schutt im Gebäudegrundriss endet). Aber die Einstürze der Türme hatten einige Eigenschaften mit dem Zusammenbruch von WTC 7 gemeinsam: Die Einstürze beinhalteten die Bildung von pulverförmigem Staub (sogar in noch größeren Mengen), sie fanden in Zusammenhang mit nachweisbaren seismischen Schwingungen statt (sogar in noch größerer Intensität); sie beinhalteten die Bildung von flüssigem Stahl und sie fielen nahezu so schnell wie im freien Fall.22 Daneben existiert außerdem die Tatsache, dass bei allen drei Zusammenbrüchen, die meisten der Stahlträger und Stahlsäulen – in den Worten von Jim Hoffman – »in nicht mehr als 10 Meter lange Abschnitte zerhackt wurden, die auf einfache Weise auf die Vorrichtungen geladen werden konnten, mit denen ‚Ground Zero’ aufgeräumt wurde.«23

Dieses letzte Merkmal ist einer besonderen Beachtung würdig, angesichts der Tatsache, dass Controlled Demolition, Inc. – das Unternehmen, das den Auftrag für die Räumung des WTC-Schutts erhielt – in seiner eigenen Werbung sagt: »Unsere DREXS(TM)-Systeme … schneiden Stahl-Komponenten in Stücke, die zur Tragfähigkeit der vorhandenen Ausrüstung passen.«24

Die Staubwolken: Auf jeden Fall zeigen neben all diesen Merkmalen, die sie mit Gebäude Nr. 7 teilen, von dem Silverstein offensichtlich sagte, dass es absichtlich abgerissen wurde, die Einstürze der Zwillingstürme zwei weitere Auffälligkeiten, die darauf hinweisen, dass sie mithilfe von Sprengstoff zum Einsturz gebracht wurden: Ein großer Teil des Betons wurde in der Luft zu Staub pulverisiert,25 und dieser Staub wurde horizontal aus den Gebäuden geblasen, wodurch große Staubwolken entstanden.26

Es gibt jetzt weitere Informationen über die Staubwolken. Im ersten Kapitel habe ich das Problem der Energiequelle für die Existenz und das Verhalten des Staubs und die Beobachtung einiger Forscher zu diesem Thema erwähnt, dass nur Sprengstoff die erforderliche Energie bereitstellen konnte. Aber ich zitierte keine quantitative Analyse. Eine solche Analyse, erfuhr ich später, wurde von Jim Hoffman nur durch Mathematik und »ein paar grundlegende Gesetze der Physik« erstellt. Seine Analyse liefert sehr deutliche Beweise gegen die bisher akzeptierte Theorie, laut der die Energiequelle für die zu den Türmen gehörenden Staubwolken die potentielle Energie der Schwerkraft aus der angehobenen Masse dieser 110-stöckigen Gebäude war.27

Hoffman konzentrierte sich auf den Nordturm und berechnete die Energie, die notwendig wäre, um den Staub und die darauffolgende Expansion der Staubwolke während und nach dem Zusammenbruch zu produzieren. Er vergleicht dann diese Zahl mit der FEMA-Berechnung der potentiellen Energie in den beiden 417 m hohen Gebäuden, rund 111.000 kWh (Kilowattstunden). Die Ergebnisse sind frappierend.

Hoffman beginnt mit der Berechnung der benötigten Energie, um die rund 90.000 Tonnen Beton im Nordturm in Pulver von 60 Mikrometer Größe zu zermahlen (das ergibt eine sehr vorsichtige Schätzung, betont er, »da einige Berichte eher auf eine durchschnittliche Partikelgröße von 10 Mikrometer als von 60 Mikrometer hinweisen.« Er berechnet dann »die benötigte Energie, um die Staubwolken innerhalb von 30 Sekunden nach Beginn ihres Zusammenbruchs auf ein Vielfaches des Volumens eines Turms zu erweitern.« (ebenfalls eine konservative Schätzung, da sie die fortgesetzte Expansion nach den 30 Sekunden ignoriert.) Er bietet zwei alternative Berechnungen (beruhend auf unterschiedlichen Annahmen über die Hauptursache der Expansion) und zieht den Schluss, dass die Energiequelle entweder 2.682.000 oder 11.700.000 kWh hätte bereitstellen müssen. Dies würde bedeuten, dass die erforderliche Energie – selbst nach seinen konservativen Berechnungen – 24 bis 106 Mal größer wäre, als die Menge verfügbarer Gravitationsenergie (111.000 kWh) – wobei Hoffmans Fazit etwas bescheidener ausfällt, indem er lediglich darauf hinweist, dass es einen »über zehnfachen Unterschied zwischen den konservativsten Schätzungen und der Gravitationsenergie gibt.«

Hoffman trägt dabei die Schlussfolgerung seiner Studie nicht reißerisch vor und sagt, dass solch ein großer Unterschied »nicht leicht als Ausdruck von Unsicherheiten in der quantitativen Beurteilung zurückgewiesen werden kann« (vor allem wegen seiner konservativen Schätzungen), womit »die offizielle Erklärung, dass die Zwillingstürme aufgrund der Schwerkraft kollabierten, nicht ausreichend erscheint, um die dokumentierten Energieflüsse zu erklären.«

Die Schlussfolgerung ist natürlich, dass es eine andere Energiequelle gegeben haben muss. Und wenn kein guter Grund für die bisher ungeahnte Quelle genannt werden kann, scheint die einzige Möglichkeit eine große Anzahl von platziertem Sprengstoff zu sein. Die Schlussfolgerung, dass dieser Sprengstoff in der Tat die erforderliche Energiequelle für die Erzeugung und die Expansion der Staubwolken liefern würde, wird selbstverständlich durch verschiedene andere Merkmale des Zusammenbruchs des Nordturms (wie auch des Südturms) unterstützt, die auf Sprengstoff als Ursache des Zusammenbruchs deuten.28

Angesichts von Silversteins offenkundigem Eingeständnis, dass Gebäude Nr. 7 mithilfe von Sprengstoff zum Einsturz gebracht wurde, den Ähnlichkeiten zwischen dem Einsturz der drei Gebäude sowie den zusätzlichen Faktoren, die auf eine kontrollierte Sprengung als Grund für den Zusammenbruch der Türme deuten, sollte die Beweislast nun sicherlich bei denjenigen liegen, die dabei bleiben, dass die Zwillingstürme, anders als Gebäude Nr. 7, nicht kontrolliert gesprengt wurden.

Gelegenheiten für das Platzieren von Sprengstoff: Ein mögliches Argument gegen diese Schlussfolgerung könnte folgendermaßen laufen: Wir können erklären, wie Silverstein Gebäude Nr. 7 durch eine kontrollierte Sprengung zu Fall gebracht haben könnte. Als derjenige, der es im Jahre 1987 gebaut hat, konnte er alle notwendigen Verkabelungen eingebaut haben, so dass die Aufgabe, es für den Abriss vorzubereiten, schnell durchgeführt werden könnte. Aber wie konnten die Zwillingstürme, die von jemand anderen viele Jahre zuvor gebaut worden waren, für eine kontrollierte Sprengung vorbereitet worden sein? Dies ist eine gute Frage. Aber es sind einige Informationen ans Licht gekommen, die möglicherweise Anhaltspunkte geben können.

Ein möglicherweise relevanter Bericht wurde in der ersten Auflage erwähnt, aber nur in einer Anmerkung: der Bericht, »dass Marvin P. Bush, der jüngere Bruder des Präsident, einer der Inhaber einer Firma namens Securacom war, die für die Sicherheit des World Trade Center zuständig war.«29 Margie Burns berichtet, dass er von 1993 bis 2000 einer der Inhaber des Unternehmens war, dieses Unternehmen von 1996 bis zum 11. September 2001 für die Sicherheit des WTC verantwortlich war und zwischen 1996 und 2000 ein neues Sicherheitssystem installierte wurde.30 Das Weiße Haus hat, so Burns, diesen Zusammenhang zwischen dem Bruder des Präsidenten und dem Unternehmen, das für die Sicherheit des World Trade Center zuständig war, nicht publik gemacht.31 Sie berichtet auch, dass laut Barry McDaniel, seit Januar 2002 Vorstandsvorsitzender, die Arbeit seines Unternehmens für die Sicherheit des WTC zu keiner Überprüfung durch das FBI oder andere Bundesbehörde in Verbindung mit dem 11. September geführt hat.

Eine weitere interessante, von Wayne Madsen berichtete Tatsache ist, dass Wirt D. Walker III, ein Cousin von Marvin P. und George W. Bush ebenfalls eine führende Position in diesem Unternehmen einnimmt, das mittlerweile in Stratesec umbenannt wurde. Abgesehen davon, dass er der derzeitige Vorsitzende des Vorstandes ist, war Walker von 1999 bis Januar 2002 der Geschäftsführer.32

Nur eine Untersuchung könnte feststellen, ob dies – dass Präsident Bushs Bruder und Cousin leitende Positionen im Unternehmens einnahmen, das mehrere Jahre bis zum 11. September für die Sicherheit des World Trade Center verantwortlich war – dafür relevant ist, was an diesem Tag passiert ist. Aber es scheint, dass diese Tatsache zumindest zum öffentlichen Wissen gehören sollte.

Ich hatte auch (in der gleichen Anmerkung) erwähnt, dass einige Mitarbeiter des WTC folgendes berichteten: »Nachdem das Sicherheitskommando die vergangenen zwei Wochen wegen der Drohungen 12-Stunden-Schichten gearbeitet hatte, wurde fünf Tage vor dem 11. September der Sicherheitsalarm, der den Einsatz von Bomben-Spürhunden verlangt hatte, aufgehoben.« Diese Tatsache ist möglicherweise bedeutsam, weil es möglich ist, dass die Verdrahtung für eine kontrollierte Sprengung zuvor installiert worden war und der Sprengstoff möglicherweise während dieser Zeit angebracht wurde.

In der Zwischenzeit habe ich von zusätzlichen Berichten erfahren, die sich auf diese Frage beziehen. Einer von ihnen stammt von einem Mann namens Scott Forbes, der seit 1999 für Fiduciary Trust gearbeitet hat (die Firma, für die Kristen Breitweisers Ehemann arbeitete). In einem persönlichen Brief, der später veröffentlicht wurde, schrieb er:

Im Jahr 2001 haben wir die Stockwerke 90 und 94-97 des Südturms belegt und verloren 87 Mitarbeiter, [und] außerdem viele Auftragnehmer.

Am Wochenende [8. - 9. September 2001] gab es eine „Stromabschaltung“ in WTC 2, dem Südturm. Diese Stromabschaltung bedeutete, dass es für ca. 36 Stunden keine Stromversorgung vom 50. Stock aufwärts gab. Ich weiß gut darüber Bescheid, weil ich … mit vielen anderen an diesem Wochenende arbeiten musste, um sicherzustellen, dass vorher alle Systeme sauber heruntergefahren wurden … und dann später wieder hochgefahren. Der vom WTC angegebene Grund für die Abschaltung war, dass die Verkabelung in dem Turm nachgerüstet werde. … Natürlich gab es ohne Strom keine Überwachungskameras, keine Sicherheitsschlösser an den Türen, [während] viele, viele „Techniker“ im Turm ein- und ausgingen.33

In einer E-Mail an mich vom 2. Juni 2004 fügte Forbes hinzu:

Ich war erstaunt über die Reaktion auf mein ursprüngliches Weblog-Posting. … Alles, was ich Ihnen sagen kann, ist, dass das, was ich gesagt habe, voll und ganz der Wahrheit entspricht und dass ich andere nennen kann, die dies bestätigen können. Was mich überrascht und das ist das ursprüngliche Motiv für mein Posting, ist die Tatsache, dass keine Behörde zur Kenntnis nimmt, dass es am Wochenende vom 8. und 9. September eine 36-stündige Stromabschaltung in der oberen Hälfte von Turm 2 gab. Ich habe keine „versteckte Agenda“, außer zu versuchen, dass die Wahrheit anerkannt und untersucht wird.

Forbes hätte sicherlich zusammen mit anderen, von denen er sagte, dass sie seine Darstellung bestätigen können, um eine Zeugenaussage gebeten worden sein. Forbes berichtet in seiner ursprünglichen Äußerung jedoch, dass, obwohl er »diese Informationen vielen Personen und Einrichtungen geschickt hat, darunter der 9/11-Kommission, … niemand diese Fakten wahrzunehmen scheint.«

Eine Aussage, die eventuell ebenfalls relevant für die vorliegende Frage ist – also wie die Türme für eine kontrollierte Sprengung vorbereitet worden sein könnten – stammt von Ben Fountain, Finanzanalyst bei Fireman’s Fund, der im Südturm gearbeitet hatte. Fountain berichtete, dass in den letzten paar Wochen vor dem 11. September die Türme »mehrere Male« evakuiert wurden, was, wie er es formulierte, »ungewöhnlich« war.34

Bürgermeister Giulianis Äußerung: Eine weitere interessante Tatsache ist, dass, so wie offensichtlich eine mündliche Aussage zu Vorwissen über den Zusammenbruch von Gebäude Nr. 7 von Larry Silverstein kam, gab es offenbar ebenfalls eine solche Aussage zum Zusammenbruch der Zwillingstürme von Bürgermeister Rudolph Giuliani. Im Gespräch mit Peter Jennings von ABC News sagte Giuliani folgendes über sich selbst und andere, die in der „Notfall-Kommandozentrale“ in der 23. Etage von WTC 7 arbeiteten:

Wir arbeiteten von dort aus, als wir erfuhren, dass das World Trade Center im Begriff war einzustürzen und es brach zusammen, bevor wir es aus dem Gebäude schaffen konnten.35

Obwohl Giuliani hier vom »World Trade Center« sprach, muss er den Südturm gemeint haben. Er hat offensichtlich nicht Gebäude 7 selbst gemeint, weil es nicht vor 17.20 Uhr zusammenbrach. Und er konnte nicht den Nordturm gemeint haben, denn er und seine Mitarbeiter hätten genug Zeit gehabt, um zu entkommen, bevor er fast eine halbe Stunde nach dem Südturm zusammenbrach.

Der entscheidende Punkt ist jedenfalls, dass Giuliani zu verstehen gab, dass irgendwann zwischen 8.46 Uhr, als der Nordturm getroffen wurde, und 9.59 Uhr, als der Südturm kollabierte, ihm mitgeteilt wurde, dass die Türme noch zusammenbrechen würden. Der allgemeinere Punkt ist – abgesehen von der Frage, ob jemand ihm das »mitgeteilt« hat – dass Giuliani sagte, er wusste, dass die Türme zusammenbrechen würden, bevor der Südturm tatsächlich zusammenbrach. Diese Äußerung wirft eine ernste Frage bezüglich des Manns auf, der als der Held der Stadt New York betrachtet wurde. In den Worten von Alex Jones: »Woher wusste er, dass die Zwillingstürme zusammenbrechen würden, wenn es ein noch nie dagewesenes Ereignis war?«36

In der Rückschau, nachdem wir immer und immer wieder die Videos der zusammenbrechenden Türmen gesehen haben und uns versichert wurde, dass es wissenschaftliche Erklärungen dafür gäbe, warum sie kollabieren, könnte man geneigt sein, über Giulianis Aussage mit der Begründung hinwegzusehen, dass es, sobald die Türme getroffen worden waren, offensichtlich war, dass sie zusammenbrechen würden. Aber das war zu dieser Zeit überhaupt nicht klar. Es war sicherlich auch nicht der Feuerwehr klar, obwohl ihre Augen darauf trainiert sind, nach verräterischen Anzeichen eines drohenden strukturellen Kollapses zu suchen. An einen Grund, warum es nicht offensichtlich war, erinnert uns Jones’ Äußerung: noch nie zuvor in der Geschichte war ein Stahlskelett-Hochhaus aufgrund von Feuer eingestürzt. Darüber hinaus haben wir gesehen, wie sich die Gebäude schnell nach dem Einschlag stabilisierten. Und die Feuer waren zumindest im Südturm - dem ersten, der zusammenbrach – dabei auszugehen.

Giulianis Aussage liefert daher Hinweise darauf, dass jemand, vielleicht er selbst, etwas wusste, was die Feuerwehrleute in den Gebäuden nicht wussten, dass etwas – vielleicht Sprengstoff – in den Gebäuden platziert worden war und im Begriff war loszugehen.

Mögliche Motive für die Zerstörung des WTC: Eine, wie ich feststellen durfte, häufige Frage ist, warum jemand das World Trade Center zerstören wollte. Selbst wenn man anerkannt, dass einige Personen in der Bush-Regierung »ein katastrophales und katalysierendes Ereignis – wie ein neues Pearl Harbor« gewollt haben könnten, warum sollten sie das World Trade Center auswählen? Und selbst wenn man erkennt, dass sie vielleicht in der Tat einen guten Grund für diese Wahl hatten – weil es für Amerikaner plausibel erschiene, dass arabisch-muslimische Terroristen ein Symbol der amerikanischen Finanz-Dominanz angreifen wollten – warum sollte Sprengstoff verwendet werden, um die Zerstörung von drei Gebäuden sicherzustellen? Solange sich die Menschen keine plausiblen Antworten auf diese Fragen vorstellen können, werden sie tendenziell weniger geneigt sein, sich ernsthaft die physikalischen Beweise dafür anzusehen, dass in der Tat Sprengstoff verwendet wurde. Eine kurze Erörterung der möglichen Motive erscheint nun passend.

Eine in Betracht zu ziehende Möglichkeit, ist dass die Verschwörung, insofern der Zusammenbruch des WTC ein »inside job« war, nicht auf Behörden der Bush-Regierung begrenzt wäre. Eine Betrachtung der möglichen Motive sollte daher auch die Vorteile beinhalten, die im Vorhinein als vorteilhaft für eine oder mehrere Parteien außerhalb der Bush-Regierung angesehen werden konnten.

Eine solche Partei, über die es Spekulationen gab, war Larry Silverstein, der am 26. April 2001 einen Pachtvertrag für das World Trade Center unterzeichnete. Er schloss auch eine Versicherung ab, durch die er im Falle der Zerstörung des WTC eine riesige Auszahlung erhalten würde. Finanznachrichten aus der letzten Zeit berichteten über die Tatsache, dass Silverstein 7 Milliarden Dollar von den Versicherungsunternehmen verlangte, er sie aber wahrscheinlich nicht erhalten würde. Die Grundlage für diese Summe war Silversteins Behauptung, dass die Police über maximal 3,5 Milliarden Dollar abgeschlossen worden war, die Terroranschläge aber aus zwei Ereignissen bestanden. In der Gerichtsverhandlung wurde gegen Silverstein und für die größte von Silversteins Versicherungen, die Schweizer Rückversicherung (Swiss Re), entschieden, was bedeutet, dass die Anschläge auf die Zwillingstürme nur als ein Ereignis verstanden wurden.37

Vielleicht noch wichtiger als diese Geschichte ist der Beweis, dass Silverstein, bevor er eine doppelte Zahlung verlangte, den Plan hatte, aus einer sehr geringen und kurzzeitigen Investition einen riesigen Gewinn machen, wenn auch nicht so riesig. Eine am 4. Februar 2003 herausgegebene Pressemitteilung der Schweizer Rück enthielt folgende Aussagen:

„Aus unserer Sicht hat Silverstein Properties wissentlich und willentlich den WTC-Komplex unterversichert“, so Jacques Dubois, der Vorstandsvorsitzende und Geschäftsführer der Swiss Re America Holding Corp. „Wir glauben, dass die Unterlagen belegen, dass Silverstein, um an den Prämien zu sparen, sich absichtlich weigerte, sich gegen die Gefahr eines Verlustes in Höhe von mehr als 3,5 Milliarden US-$ zu versichern.“ … Die Beweise in der heutigen Zusammenfassung zeigen, dass Silverstein das WTC eigentlich bis zu einer Grenze von 1,5 Milliarden US-$ versichern wollte, weniger als die Hälfte der Summe, die er schließlich abgeschlossen hat. Nur widerwillig hat er die höhere Haftungsgrenze von 3,5 Milliarden US-$ akzeptiert, nachdem seine Kreditgeber dies zur Absicherung ihrer Schuldsumme forderten. „Bezeichnenderweise hatten Silversteins Kreditgeber mehr als 50-mal so viel Geld beim Abschluss der WTC-Verträge riskiert als Silverstein, der durch Konstruktionen mit beschränkter Haftung nur 14 Millionen investiert hatte“, so [Barry] Ostrager [Simpson Thacher & Bartlett, Berater von Swiss Re]. Der Abschluss war tatsächlich so strukturiert, dass Silverstein im Falle eines katastrophalen Verlusts seine Verpflichtung einfach nicht erfüllen musste und aus dem Mietvertrag aussteigen konnte, weshalb Silverstein zum Zeitpunkt, als er die Police abschloss, über die Höhe der Versicherung nicht sonderlich besorgt war.“ Die Bedingungen des Pachtvertrags enthielten eine Klausel, dass bei einer vollständigen Zerstörung des WTC Silverstein und die anderen Versicherten sich dafür entscheiden konnten, [die Gebäude] nicht wieder aufzubauen, und somit Anspruch auf Geld aus der Versicherung haben und vom Geschäft zurücktreten konnten. Nach der Auszahlung des größten Teils ihrer Kredite an die Kreditgeber und die Zahlung an die Port Authority in Höhe von 1,5 Milliarden konnten Silverstein und seine Investoren die Differenz von wohl mehr als 1 Milliarden US-$ für sich beanspruchen.38

Sicherlich handelt es sich bei dieser Aussage um eine Pressemitteilung, die die Position eines Versicherungsunternehmens darstellt, das mit Silverstein im Streit liegt, so dass die Behauptungen nicht mehr als das sind: Behauptungen – bis sie durch neutrale Parteien bestätigt werden.

Aber wenn die Vorwürfe auf diese Weise bestätigt würden – zumindest wie es bei der »Ausstiegs«-Bestimmung passiert ist (39) – dann liefert dies Indizien für diejenigen, die glauben, dass Silverstein die Versicherung mit dem Wissen abschloss, dass die Gebäude vollständig zerstört werden würden.

Solche Indizien bieten natürlich keine ausreichende Grundlage für irgendwelche Schlussfolgerungen. Das Entscheidende an dieser Erörterung ist lediglich zu zeigen, dass die Vorstellung von der Zerstörung des WTC als »inside job« nicht a priori mit der Begründung ausgeschlossen werden kann, dass es kein denkbares Motiv gäbe.

Giulianis Notfall-Kommandozentrum: Eine weitere Tatsache mit einer möglichen Relevanz betrifft die erwähnte Schaffung von Giulianis Notfall-Leitstelle in Gebäude Nr. 7. Diese Leitstelle befand sich zuvor an der Adresse Police Plaza 1, war aber im Jahr 1996 in den 23. Stock von WTC 7 umgezogen. Giuliani selbst hat kürzlich gesagt, dass zwar andere Menschen beteiligt waren, die Wahl dieses neuen Standorts aber letztlich seine gewesen sei.40 In jedem Fall gab Giuliani daraufhin 15 Millionen Dollar aus, um diese Kommandozentrale autark zu machen und vor Gefahren abzuschotten. Neben der Ausstattung dieses Stockwerks mit einer eigener Luft- und Wasserversorgung machte Giuliani sie kugel- und bombensicher. Er ließ sie sogar staubdicht machen. Dementsprechend wären er und seine Mitarbeiter beim Einsturz des Südturms in der Kommandozentrale, wie er sagte, vor den riesigen Staubwolken geschützt gewesen, die sich bildeten und durch die Straßen tobten.

Es ist möglich, dass dieses Befehlszentrum für die Frage nach möglichen Motiven für den Einsturz des Gebäudes Nr. 7 durch Sprengstoffe relevant ist. Einige 9/11-Forscher spekulierten, dass der 23. Stock des Gebäudes das operative Zentrum für die Anschläge auf die Zwillingstürme war, wobei die Flugbahnen der Flugzeuge per Fernsteuerung von dieser Leitstelle gesteuert wurden.41 Für diese Spekulationen ist möglicherweise die Tatsache relevant, dass Gebäude 7 eine große Außenstelle des Secret Service enthielt und auch, wie nach dem 11. September bekannt wurde, ein geheimes CIA-Büro.42 Eine Erörterung dieses Problems würde bei der Frage, »was wirklich passiert ist«, zu weit führen. Ich erwähne es lediglich, um zu zeigen, wie eine vollständige Untersuchung die Motive aufdecken könnte, die einheimische Terroristen für den Einsturz von Gebäude Nr. 7 und der Zwillingstürme gehabt haben könnten.

Die Aufgabe dieses Buches ist nicht, wie ich bereits betont habe, eine Theorie darüber zu entwickeln, was wirklich am 11. September passiert ist, sondern lediglich Beweise zusammenzufassen, die auf die Falschheit der offiziellen Darstellung und die Wahrscheinlichkeit einer offiziellen Komplizenschaft hinweisen. In Bezug auf einige Themen lässt sich aber die Frage, was wirklich passierte, nicht vollständig vermeiden. Dazu gehören die möglichen Motive für eine solche Tatbeteiligung. Aus den Argumenten in diesem Abschnitt ergibt sich die Möglichkeit, dass der Plan zur Zerstörung des WTC nicht nur lange vor dem 11. September ausgeheckt wurde, sondern auch eine Zusammenarbeit von Beamten in New York, Privatunternehmen und Beamten in Washington einschließt.

Die Bush-Regierung und Osama bin Laden

In Kapitel 6 und 8 wurden Beweise vorgelegt, die darauf hindeuten, dass die Beziehung der Bush-Regierung zu Osama bin Laden ganz anders gewesen sein könnte als die öffentliche Darstellung. Ich wies insbesondere auf Beweise hin, dass die Bush-Regierung nicht wirklich versuchte, bin Laden zu ergreifen, weder vor noch nach dem 11. September. In der Zwischenzeit haben zwei Medienereignisse das öffentliche Bewusstsein für den möglichen Unterschied zwischen Schein und Wirklichkeit erhöht.

Eines war Michael Moores Film Fahrenheit 9/11. Wie ich bereits erwähnte,43 gab Moore an, dass seine Zweifel an der offiziellen Darstellung des 11. September, laut der Osama bin Laden ihn geplant hatte, zuerst durch Beweise aufkamen, dass die Bush-Regierung neben finanziellen Verflechtungen mit Saudi-Arabien auch vielen Saudis, darunter Mitgliedern der bin-Laden-Familie, geholfen hatte, die Vereinigten Staaten unmittelbar nach dem 11. September zu verlassen.

Dieser Teil des Moore-Films stützt sich auf Craig Ungers Buch House of Bush, House of Saud.44 Unger weist nach, dass ein privates Flugzeug mit saudischen Passagieren am 13. September fliegen durfte, während das Verbot von Flügen privater Flugzeuge noch in Kraft war. (Selbst Bill Clinton und Al Gore, beide außerhalb des Landes, durften nicht nach Hause fliegen.45) Obwohl dieses Ereignis kurz darauf in der Tampa Tribune berichtet wurde, nahm keine andere US-Zeitung die Geschichte auf.46 Unger konnte die Geschichte aber durch die Befragung von Dan Grossi bestätigen, einem ehemaligen Polizeibeamten aus Tampa, sowie von Manuel Perez, einem ehemaligen FBI-Agenten, der am 13. September drei junge saudische Männer auf dem Flug von Tampa nach Lexington begleitete. Beamte bestritten lange Zeit, dass dieser Flug stattfand – der vermutlich nur durch das Weiße Haus genehmigt werden konnte. Im Juni 2004 bestätigte aber der Tampa International Airport auf Drängen der 9/11-Kommission, dass dieser Flug tatsächlich stattfand.47 Fast drei Jahre vor diesem Zeitpunkt hatten das Weiße Haus, das FBI und die FAA alle geleugnet, dass dieser Flug stattgefunden hatte.48 Jetzt, wo bekannt ist, dass diese drei Behörden bei dieser relativ trivialen Angelegenheit nicht die Wahrheit gesagt haben, wie können wir ihren Dementis bei schwerwiegenderen Vorwürfen glauben?

Unger gelang außerdem eine wichtige Enthüllung zu den saudischen Passagieren, denen erlaubt wurde, das Land in den folgenden Tagen zu verlassen. Erklärungen der Bush-Regierung und sogar der 9/11-Kommission besagten, dass das FBI keinen der Saudis befragen wollte, denen erlaubt wurde, das Land zu verlassen. Diese Aussagen wurden weitgehend so verstanden, dass sich niemand auf diesen Flügen befand, der für das FBI von Interesse sein konnte. Unger zeigt jedoch, dass einer der Passagiere, der am 16. September per Flugzeug das Land verließ, kein anderer war als Prinz Ahmed bin Salman,49 dessen Rolle bereits in Kapitel 6 erörtert wurde. Wie wir gesehen haben, soll Prinz Ahmed – laut den Angaben von al-Qaida-Funktionär Abu Zubaydah ein halbes Jahr später – im Voraus gewusst haben, dass Amerika am 11. September angegriffen würde. Gründe, Abu Zubayahs Aussagen Glauben zu schenken, ergaben sich, wie wir gesehen haben, daraus, dass Prinz Ahmed und zwei weitere, von Abu Zubaydah genannte Saudis allesamt vier Monate später unerwartet innerhalb von acht Tagen starben. Es kann daher kaum aufrecht gehalten werden, dass niemand auf den Saudi-Flügen für das FBI von Interesse war.

Weniger bekannt als Moores Film, vor allem in den Vereinigten Staaten, ist ein am 3. Juni 2004 vom ZDF in Deutschland ausgestrahlter Bericht. In diesem Bericht wird Kabir Mohabbat, ein afghanisch-amerikanischer Geschäftsmann, mit den Worten zitiert, er habe Gespräche über bin Laden zwischen der US-Regierung und der Taliban im Jahr 1999 eingeleitet. Laut Mohabbat waren die Taliban bereit, bin Laden im Austausch für die Aufhebung des US-geführten Boykotts gegen Afghanistan einem Drittland oder dem Internationalen Gerichtshof zu überstellen. Mohabbat berichtete dem Außenminister der Taliban, Mullah Wakil Ahmed Mutawakil, und sagte über bin Laden: »Sie können ihn haben, wann immer die Amerikaner bereit sind. Nennen Sie uns ein Land und wir werden ihn ausliefern.«50

Elmar Brok, ein deutsches Mitglied des Europäischen Parlaments, bestätigte, dass er geholfen hatte, im Jahr 1999 den Kontakt zwischen Mohabbat und der amerikanischen Regierung herzustellen. Die ersten Gespräche führten zu einem Treffen zwischen den Taliban und US-Beamten in Frankfurt im November 2000, bei dem die Taliban »mehrere Angebote« machten. Das Treffen wurde angeblich mit der Planung für weitere Beratungen in der US-Botschaft in Pakistan zum Abschluss gebracht, wo Details der Überstellung vereinbart werden sollten. Aber diese weiteren Gespräche wurden nie geführt, weil, so glaubte Brok, US-Beamte die »politische Entscheidung« fällten, die Verhandlungen nicht fortzusetzen.51

Obwohl Präsident Bush bekanntermaßen sagte, er wolle Osama bin Laden »tot oder lebendig« fassen, verstärken die beiden Veröffentlichungen wohl den Verdacht, dass die Bush-Regierung dachte, bin Laden wäre nützlicher, wenn er weder tot noch gefangen wäre.

Der PATRIOT Act als mögliches Motiv

In Kapitel 7 habe ich mehrere Vorteile erläutert, welche die Bush-Regierung hätte erwarten können, wenn sie die Ereignisse des 11. September plante oder zumindest unterstützte. Ich wies darauf hin, dass der 11. September dieser Regierung ermöglichte, (1) Afghanistan anzugreifen, um die Taliban durch eine US-freundliche Regierung zu ersetzen, die unter anderem den Bau von Öl- und Gas-Pipelines durch Afghanistan erleichtern würde, (2), den Irak anzugreifen, was viele Mitglieder dieser Regierung schon lange tun wollten und (3) mehr Geld für Militärausgaben zu erhalten, insbesondere für das US Space Command.

Am Anfang der Einleitung hatte ich noch eine weitere Folge des 11. September erwähnt: zunehmende Einschränkungen der bürgerlichen Freiheiten. Ich verwies in diesem Zusammenhang auf Nancy Changs Buch Silencing Political Dissent: How Post-September 11 Anti-Terror Measures Threaten Our Political Liberties (deutscher Titel: Das Ende der Bürgerrechte? Die freiheitsfeindlichen Antiterrorgesetze der USA nach dem 11. September), mit einem Vorwort von Howard Zinn. Allerdings erwähnte ich dieses Thema nur extrem kurz und der Hinweis auf Changs Buch stand nur in einer Anmerkung. Als ich in Kapitel 7 mögliche Motive beschrieb, bin ich nicht auf dieses Thema zurückgekommen. Ich möchte ihm hier die Betonung geben, die es verdienen mag.

Zwei Punkte scheinen es besonders zu verdienen, hervorgehoben zu werden. Einer ist, dass der USA PATRIOT Act, der 342 Seiten umfasst, eine massive Anzahl von Änderungen an bestehendem Bundesrecht vornimmt. Aufgrund seines Umfangs und seiner Reichweite, sowie der Tatsache, dass es innerhalb von 45 Tagen nach dem 11. September verabschiedet wurde, muss dieses Gesetz zumindest zu einem großen Teil weit im Voraus vorbereitet gewesen sein.52 Ein zweiter wichtiger Punkt ist, dass Regierungen in der Vergangenheit Terroranschläge inszeniert oder zumindest ihre Feinde auf zynische Weise für katastrophale Vorfälle verantwortlich gemacht haben, um ihre eigene Macht zu steigern und eine unanfechtbare Position durch die Einschränkung der bürgerlichen und politischen Rechte ihrer Bürger zu erreichen. Einige Leser, die sich in erster Linie auf diese Folgeerscheinung des 11. September konzentrieren, haben anregt, dass dieses Buch »Der Amerikanische Reichstagsbrand« betitelt werden könnte.

Obwohl ich das nicht für einen besseren Titel halte, stimme ich zu, dass die Amerikaner sich Sorgen über diejenigen Entwicklungen nach dem 11. September machen sollten, die den Schritten nicht völlig unähnlich sind, die von den Nazis in Deutschland nach dem Reichstagsbrand unternommen wurden. Ich hoffe vor allem, dass die amerikanischen Journalisten und Verleger, wenn auch nur aus Sorge, weitere Einschränkungen der Pressefreiheit zu verhindern, diese mögliche Parallele ernst genug nehmen, um zu untersuchen, ob die Verschwörungstheorie der Bush-Regierung über die Täter der Anschläge des 11. September einer ernsthaften Prüfung standhalten kann.

Der Fall Sibel Edmonds

In Kapitel 6 habe ich kurz den Fall Sibel Edmonds erörtert, einer türkisch-amerikanischen Bürgerin, die dem FBI Bericht erstattete, dass einer ihrer Kollegen, der wie sie dafür angestellt war, kurz nach dem 11. September Übersetzungen anzufertigen, ein Spion war, der die FBI-Untersuchung des 11. September zersetzte. Etwas, das ich bisher nicht wusste, ist, dass das FBI Edmonds nach ihren Angaben sagte, dass sie durch das fortgesetzte Aufdecken dieses Missstandes ihre Verwandten im Ausland bedrohen könnte. Kurz danach wurde in der Türkei ein Haftbefehl für ihre Schwester ausgestellt.53 Jedenfalls wurde Edmonds entlassen, als sie im März 2002 ihre Beschwerde an das Justizministerium weiterleitete. Nachdem sie dagegen aufgrund des Gesetzes zum Schutz von ‚Whistleblowern‘ geklagt hatte, wies Generalstaatsanwalt Ashcroft auf Wunsch von FBI-Direktor Mueller den Richter an, ihre Klage im Interesse der nationalen Sicherheit fallen zu lassen.

Seit der ersten Auflage dieses Buches gab es weitere Entwicklungen. Im Februar 2004 sagte Edmonds mehr als drei Stunden als Zeugin vor Mitarbeitern der 9/11-Kommission hinter verschlossenen Türen aus. Im März 2004 berichtete sie, dass sie diesen Mitarbeiter gesagt hatte, dass das FBI im Juni oder Juli 2001 so viele Informationen über terroristische Anschläge mit Flugzeugen in den Vereinigten Staaten innerhalb der nächsten Monate hatte, dass es einen ‚orangenen‘ oder ‚roten‘ Alarm hätte geben müssen. In Bezug auf Condoleezza Rice’ Äußerung (in einem Artikel in der Washington Post vom 22. März), dass die Regierung keine konkreten Informationen über einen geplanten innerstaatlichen Angriff mit Flugzeugen hatte, sagte Edmonds: »Das ist eine unverschämte Lüge und Dokumente können beweisen, dass es eine Lüge ist.«54 Im April berichtet der Independent, dass Edmonds die folgende Erklärung abgab:

Ich habe [der Kommission] Details spezifischer Ermittlungsakten, die spezifischen Daten, spezifische Informationen über Ziele und spezifische Untersuchungsleiter gegeben, die für die Untersuchung zuständig waren. Ich gab ihnen alles, damit sie dem nachgehen konnten. Dies ist kein Hörensagen. Dies sind dokumentierte Sachen. Sie können sehr einfach festgestellt werden.55

In einem Interview mit Jim Hogue am 30. April sagte Edmonds in Reaktion auf seinen Kommentar über die Niederschlagung der FBI-Ermittlungen in Phoenix, Chicago, New York und Minneapolis:

Sie besaßen jene vier Teile, die Sie erwähnten und weit mehr als das, glauben Sie mir, weit mehr als das. Und das wurde nicht öffentlich gemacht. Und dass sie sagen, wir hätten keinerlei spezifischen Informationen besessen, ist einfach ungeheuerlich. … Worauf warteten sie? Eine eidesstattliche Erklärung, unterschrieben von bin Laden?

Im Mai sagte sie James Ridgeway von der Village Voice, dass ihr und anderen Farsi-Übersetzern des FBI, wie Ridgeway schrieb, bekannt war, dass »ein langjähriger, hoch angesehener FBI-‚Aktivposten‘ in Afghanistan der Behörde im April 2001 berichtet hatte, dass er von seinen Kontakten vor Ort Informationen hatte, dass bin Laden einen Großangriff auf eine oder mehrere große amerikanische Städte plane, die den Einsatz von Flugzeugen beinhalten – darunter Chicago, Los Angeles und New York.«56

Edmonds kann jedoch nicht über die spezifischen Details dieser Dinge sprechen, weil eine Folge der Aktion des Justizministeriums im Oktober 2002 ein Maulkorberlass war, der auf dem nur selten verwendeten ‚Staatsgeheimnis‘-Privileg beruhte, das sie daran hinderte, solche Informationen an die Presse weiterzugeben. Dieser Erlass sollte im Übrigen nicht der letzte Zug des Justizministeriums sein, um Edmonds davon abzuhalten zu offenbaren, was sie weiß.

Im Jahr 2004 wurde Edmonds vorgeladen, um zu einer 100.000-Milliarden-Dollar-Klage gegen die saudische Regierung und einige prominente saudische Staatsbürger auszusagen, die im Jahr 2002 von 600 Familien der Opfer der 9/11-Anschläge eingereicht wurde. Ende April 2004, einen Tag, bevor sie ihre Aussage machen sollte, zog Ashcrofts Justizministerium vor Gericht – das Gericht von Richter Reggie B. Walton, der von Präsident Bush ernannt worden war – um diese Vorladung aufzuheben und um damit Edmonds’ Aussage zu verhindern, indem es sich auf die »nationale Sicherheit« und das »Staatsgeheimnis«-Privileg berief.57 Dieses Bemühen hatte Erfolg.

Ashcroft gelang es sogar, dass Edmonds’ Aussagen als geheim eingestuft wurden – einschließlich zuvor gemachter öffentlicher Stellungnahmen und journalistischer Zitaten ihrer Aussagen. Diese spätere Tat hat im Kongress Zwischenrufe hervorgerufen. Der republikanische Senator Charles Grassley berichtete, dass der Kongress informiert worden war, dass das FBI zwei Jahre alte Informationen über Edmonds als geheim eingestuft hatte, die der Justizausschuss des Senats in den beiden vorangegangenen Briefings erhalten hatte, und sagte:

Ich bin sehr besorgt über die nachträgliche Geheim-Einstufung. Auf der einen Seite denke ich, ist es lächerlich, weil mir klar ist, dass fast alle diese Informationen öffentlich verfügbar und sehr weit verbreitet sind. Auf der anderen Seite ist diese Geheim-Einstufung sehr schwerwiegend, weil es scheint, dass das FBI versucht, dem Kongress ein Maulkorb zu verpassen.

Er fügte hinzu: »Ich glaube nicht, dass es wirklich um die nationale Sicherheit geht. Wenn es so wäre, hätte das FBI dies bereits sehr lange zuvor getan.«58

Edmonds selbst reagierte auf diesen offensichtlichen Versuch, dem US-Kongress einen Maulkorb aufzuerlegen mit der Herausgabe einer Pressemitteilung. Nach Aufzählung der verschiedenen Aktionen, die FBI und Justizministerium gegen sie unternommen hatten – nicht um die nationale Sicherheit zu schützen, sagte sie, sondern sich selbst – rief sie den Kongress auf, »seine eigene öffentliche Anhörungen zu diesen Fragen zu abhalten.« Sie beendete ihr Statement mit den Worten: »Ich habe nicht mehr die Absicht, hinter ihren verschlossenen Türen als Zeugin auszusagen. Ich will offen bezeugen, öffentlich und unter Eid.«59 Die Frage ist nun, ob der US-Kongress, der die Gewaltenteilung gegenüber der Exekutive anwenden sollte, dies ermöglichen wird.

Edmonds berichtet außerdem darüber, dass sie nicht die einzige der ehemaligen FBI-Übersetzer ist, die versucht, mit dem 11. September in Verbindung stehenden Informationen an die Öffentlichkeit zu gehen. Sie sagt, dass Behrooz Sarshar, der in der gleichen Abteilung wie sie arbeitete, sich an den Justizausschuss des Senats wenden wollte, um Schutz unter dem Wistleblower Protection Act erlangen. Sie erklärte, dass sie daraufhin ein solches Treffen arrangierte und sagte weiter:

Mehrere 9/11-Familienmitglieder und ich nahmen Mr. Sarshar zum Justizausschuss des Senats zu einem Treffen in Senator Grassleys Büro. Mr. Sarshar gab detaillierte Informationen, aber bis heute hat Senator Grassley nicht entsprechend gehandelt und schob den Schwarzen Peter der 9/11-Kommission zu. Als nächstes arrangierten wir ein Briefing zwischen der 9/11-Kommission und Mr. Sarshar. Er war am 12. Februar 2004 dort und versorgte die Ermittler der 9/11-Kommission fast drei Stunden lang mit allen Details der Untersuchung, die mit dem 11. September-Terroranschlag zu tun hatten. Er gab ihnen die Namen von bestimmten Agenten, die mindestens 12 Jahre von der Behörde eingesetzt worden waren. Er gab ihnen Kontaktinformationen bestimmter Agenten, die sich dieser Problematik bewusst waren. Sie wollten selbst kommen und darüber reden, aber sie brauchten ein gewisses Maß an Schutz. Mr. Sarshar versorgte sie mit all diesen Informationen und wo sie diese Dokumente usw. suchen sollten, aber bis zu diesem Tag hat der Justizausschuss des Senats und die 9/11-Kommission diesen Schwarzen Peter hin und her geschoben. Somit lagen all diese Informationen vor ihnen. Sie haben noch keinen der von Herrn Sarshar genannten Zeugen einberufen. Und während der 9/11-Kommissions-Anhörung von Direktor Mueller wurde keine dieser Fragen gestellt; genau genommen haben sie Direktor Mueller überhaupt keine Fragen gestellt.60

Edmonds hat eine Klage gegen das Justizministerium eingereicht, die dessen Verwendung des Privilegs von Staatsgeheimnissen in Frage stellt, das verhindern soll, dass sie Zeugenaussagen zu ihrem Wissen macht. Bis zur Drucklegung der zweiten Auflage dieses Buches ist es ihr jedoch noch nicht einmal gelungen, einen Gerichtstermin zu bekommen. Eine Anhörung war für den 14. Juni 2004 anberaumt, vor der Kammer von Richter Walton, der das Justizministerium angewiesen hatte, darzulegen, warum »sensible Informationen nicht von nicht-sensiblen Informationen entwirrt werden können«, um Edmonds’ Klage voranzubringen. Das Justizministerium übermittelte seine Argumente am 9. Juni. Aber dann sagte Walton zum vierten Mal die mündliche Verhandlung ab, ohne einen Grund zu nennen oder auch nur einen Hinweis zu geben, wann die Verhandlung neu angesetzt würde.61

Doch obwohl Edmonds keine spezifischen Details zu dem nennen darf, was sie weiß, äußerte sie sich, um die Welt wissen zu lassen, welcher Art ihre Zeugenaussage hinter verschlossenen Türen war. Sie tut dies, weil sie »hinter verschlossenen Türen« mit »einem schwarzen Loch« vergleicht und vermutet, dass »was auch immer für Informationen man hinter diesen verschlossenen Türen gibt … bleibt dort und wird nie wieder herauskommen.« Die Richtigkeit dieses Verdachts lässt sich durch die Untersuchung des Abschlussberichts der 9/11-Kommission überprüfen (der bis zur Drucklegung der zweiten Ausgabe dieses Buches noch nicht erschienen war). So kann man erkennen, was der Bericht über Edmonds’ Zeugenaussage und die von Behrooz Sarshar enthüllt – was uns zum Thema der 9/11-Kommission bringt.

Die 9/11-Kommission

In Kapitel 10 berichtete ich, dass eine Reihe von Kritikern die Unabhängige 9/11-Kommission als »Vertuschungskommission« bezeichnen und dass Sprecher der Opferfamilien durch sie immer frustrierter wurden und die Befürchtung äußerten, der Abschlussbericht würde eine »Schönfärberei« werden. Ich schloss mit dem Hinweis, »falls es keine radikale Änderung der Haltung und Taktik der Unabhängigen 9/11-Kommission in den wenigen verbleibenden Monaten gibt, eine neue Untersuchung erforderlich sein wird, wenn es überhaupt eine Hoffnung geben soll, die Wahrheit aufzudecken.«

Die letzten öffentlichen Anhörungen lieferten keine Anzeichen, dass diese radikale Veränderung eingetreten war. In den Sitzungen im Mai 2004 in New York brachten Familienmitglieder noch mehr Empörung über die Kommission zum Ausdruck als zuvor. Sara Kugler von der Associated Press berichtete am Ende dieser Anhörungen, dass »die Familien der Opfer jetzt wütend auf die 9/11-Kommission sind, über die sie sagen, dass sie es versäumte, das Unglück gründlich zu untersuchen.«

Am Tag nach Giulianis Befragung sagte ein Familienmitglied: »Heute war ein Witz. … Es wurden keine echten Fragen gestellt.« Giulianis Befragung endete in der Tat abrupt, »als Angehörige der Verstorbenen aufstanden und riefen, das Gremium würde ‚Softball-Fragen‘ als Vorlage liefern und Giulianis Antworten ohne Nachfragen akzeptierten.« Jemand im Publikums wurde aus dem Raum eskortiert, nachdem er geschrien hatte: »Dreitausend Menschen sind tot! Lasst uns ein paar echte Fragen stellen.« 62 Nachdem der Vorsitzende Kean den lautstarken Familienmitgliedern sagte »Sie verschwenden einfach nur Zeit«, riefen sie zurück: »IHR verschwendet Zeit!«63

Eine Sache, über die sich die Familienmitglieder vor allem empörten, war, dass die Gremiumsmitglieder jeweils nur fünf Minuten hatten, um Giuliani zu befragen, aber einen Teil dieser wertvollen Zeit dafür nutzten, um Giuliani für seine Führungsstärke zu loben.64 Der Vorsitzende Kean selbst sagte zum Beispiel: »New York City, an diesem schrecklichen Tag, war in einem Sinne gesegnet, weil es Sie als Führer hatte. Es hatte jemanden, der ein großartiger Führer war, der bei einem schrecklichen, schrecklichen Ereignis die Führung übernahm.«65

Keans Kommentar zeigt das grundsätzliche Problem der von der Kommission eingenommenen Haltung. Sie ging von der Annahme aus, dass die offizielle Geschichte des 11. September korrekt sei, zumindest im Hinblick auf ihre grundlegende Prämisse, dass die Anschläge des 11. September aufgrund von Inkompetenz, Unwissenheit, mangelnder Kommunikation und verschiedenen anderen Arten von Pannen geschehen konnten. Trotz einer riesigen Menge an Beweisen, dass das eigentliche Problem der stand down-Befehl war – so wurden die Mitglieder zum Beispiel mit Exemplaren der ersten Auflage dieses Buches ausgestattet – stellte die Kommission – zumindest öffentlich – keine Fragen, die darauf abzielten, die Möglichkeit der Komplizenschaft von Regierungspersonal zu untersuchen.

Um das Problem in Hinblick auf die Befragung von Giuliani aufzuzeigen: Anstatt ihre Schlussfolgerung im Voraus kundzutun, dass er so ein großartiger Führer war, hätten die Kommissionsmitglieder der Frage nachgehen sollen, ob er vielleicht gerade an einigen dieser Ereignisse beteiligt war, die ihm erst die Gelegenheit gaben, so wahrgenommen zu werden. Angesichts der in diesem Buch aufgeworfenen Themen sind hier einige Fragen, die besonders angebracht wären, sie Giuliani zu stellen:

1. Wie erklären Sie die Tatsache, dass Stahlskelett-Hochhäuser noch nie aufgrund von Feuer in irgendeiner anderen Stadt der Welt zusammengebrochen sind, genau das aber am 11. September mit drein solchen Gebäude in New York passierte?

2. Wenn es eine von ihnen akzeptierte Erklärung dafür gibt, warum die Zwillingstürme eingestürzt waren, wie erklären Sie sich den Zusammenbruch von Gebäude Nr. 7? Akzeptieren Sie angesichts Ihrer intimen Kenntnis des Gebäudes die spekulative Hypothese des FEMA-Reports – obwohl dieser Bericht besagt, dass diese Hypothese »nur eine geringe Eintrittswahrscheinlichkeit hat«?

3. In einem PBS-Dokumentarfilm erklärte Larry Silverstein, dass er einen Anruf von der Feuerwehr bekam, dass sie nicht sicher seien, ob sie das Feuer in Gebäude Nr. 7 eindämmen könnten. Er sagte: »Wir hatten so schreckliche Verluste an Menschenleben, vielleicht wäre es das Klügste, was man tun kann, es zu sprengen („to pull“).« Er sagte dann, dass die Feuerwehr »die Entscheidung fällte, es zu sprengen („to pull“) und wir sahen wie das Gebäude zusammenbrach.«66 Können Sie dies anders auslegen als so, dass er sagte, dass Gebäude Nr. 7 absichtlich abgerissen wurde?

4. Wenn das der Fall ist, glauben Sie, dass es gerechtfertigt war, dass Mr. Silverstein einen Gewinn von fast 500 Millionen für das Gebäude als Auszahlung einer Versicherung erzielte?

5. Nach allen verfügbaren Fotos waren die Feuer in Gebäude 7 recht klein. Wie können Sie dann die beiden jetzt vorliegenden Darstellungen erklären, laut denen dieses Gebäude zusammenbrach – dass es durch Feuer zu Fall gebracht wurden oder dass das Feuer so groß war, dass die Feuerwehr beschloss, jeder Versuch, das Gebäude zu retten, wäre sinnlos?

6. Sie sagten Peter Jennings, dass Ihnen am Morgen des 11. September, während Sie in der Notfall-Leitstelle in Gebäude 7 waren, mitgeteilt wurde, dass Sie das Gebäude evakuieren sollten, weil das »World Trade Center im Begriff war zusammenzubrechen.« Wer hat Ihnen mitgeteilt, dass das WTC zusammenbrechen würde? Haben Sie die Person gefragt, wie er oder sie dies wissen konnte? Haben Sie es geglaubt, angesichts der Tatsache, dass Stahlskelett-Hochhäuser noch nie aufgrund von Feuer eingestürzt sind? Wenn ja, warum?67

7. Angesichts der Tatsache, dass es eine Verletzung von Bundesgesetzen darstellt, Beweismittel von einem Tatort zu entfernen, warum haben Sie angeordnet oder zumindest ermöglicht, den Stahl der Zwillingstürme und Gebäude Nr. 7 entfernen zu lassen, bevor er untersucht werden konnte?

8. Wenn Ihre Antwort auf diese Frage lautet, dass der Stahl entfernt werden musste, damit Rettungskräfte nach Opfern suchen konnten, die sich unter den Trümmern der Zwillingstürmen noch am Leben befanden, warum wurde der Stahl ebenso schnell von Gebäude Nr. 7 entfernt? Laut Ihrer eigenen Darstellung wurde es viele Stunden, bevor es zusammenbrach, evakuiert, damit es keine Opfer geben würde. Und, wie dem auch sei, warum genehmigten Sie, dass der Stahl verkauft und nach Übersee verschifft wurde, wo er nicht untersucht werden konnte?

9. Stimmt es, dass Sie Ihre Akten als Bürgermeister der Stadt New York für 25 Jahre verschlossen haben? Wenn ja, warum?68

Wenn diese Fragen gestellt worden wären, würde sich niemand darüber beschweren, dass es keine echten Fragen gab.

Es wäre natürlich unrealistisch zu glauben, dass die 9/11-Kommission diese Fragen an Giuliani richten konnte – oder entsprechende Fragen an Bush, Cheney, Rumsfeld, Wolfowitz, Myers, Mueller, Ashcroft und weitere Personen. Dies liegt teilweise daran, dass das Kommissionspersonal, das die Untersuchung durchführte, von Philip Zelikow und somit wohl von der Bush-Regierung selbst geleitet wurde. Aber selbst wenn Zelikow ersetzt worden wäre, hätten die Mitglieder der Kommission wohl von Anfang an angenommen – und hätten dies weiterhin trotz all des Mauerns und der Behinderungen durch das Weiße Haus aufrechterhalten – dass kriminelle Komplizenschaft kein Faktor beim 11. September gewesen sein könnte oder zumindest, dass diese Frage tabu wäre. Das grundlegende Problem lag im Mandat der Kommission, das in erster Linie darin bestand, Empfehlungen zur Vermeidung zukünftiger Terroranschläge dieser Art zu machen. Genau dieses Mandat setzte voraus, dass die Terroranschläge nur aufgrund von Pannen stattfanden konnten, nicht wegen eines »stand down«-Befehls.

Selbst im Rahmen dieses Mandats hätte die Kommission noch im Prinzip die beunruhigenderen Fragen stellen können. Ihre Mitglieder hätten gemeinsam entscheiden können, dass sie, um sinnvolle Vorschläge für die Zukunft zu bieten, zuerst vernünftige Hypothesen über die Ursache der Anschläge des 11. September untersuchen mussten, einschließlich Hypothesen zu verschiedenen Stufen der Komplizenschaft der Bush-Regierung. (Hätten die Mitglieder dies getan und dann beschlossen, dass einige dieser Hypothesen die beste Erklärung für die relevanten Beweise wären, hätten sie zu dem Schluss kommen können, dass eine Möglichkeit, solche Angriffe in Zukunft zu verhindern, darin bestände zu verhindern, dass Personen, die solche Anschläge organisieren oder zumindest zulassen, in ein hohes Amt gewählt werden!)

Doch angesichts des Charakters, des Mandats und der Zusammensetzung der 9/11-Kommission war es praktisch eine ausgemachte Sache, dass sie diesem Ansatz nicht nachgehen würde. Unsere Kongressabgeordneten müssten nun die Fragen trennen und sich zunächst damit befassen, wie und warum die Anschläge des 11. September überhaupt erfolgreich sein konnten. Die Untersuchung der Frage der möglichen Täterschaft der Bush-Regierung würde wahrscheinlich – sobald eine Untersuchung durch den Kongress die wahrscheinliche Ursache festgestellt hätte – die Ernennung eines Sonderstaatsanwalts erfordern. Worauf die Erfahrung mit der 9/11-Kommission deutlich hinweist, ist, dass die Untersuchung, um überhaupt eine Chance auf eine gründliche Untersuchung zu haben, aus dem Bereich der Politik in den der Justiz übertragen werden muss. Aber es ist ebenso klar, dass die Aufgabe nicht dem Justizministerium übertragen werden kann, insbesondere solange es der Bush-Regierung untersteht.

Sibel Edmonds spricht aus eigener Erfahrung, wenn sie sagt, »es hat bis zum heutigen Tag keine wirkliche Untersuchung gegeben.« Der Bericht der 9/11-Kommission wird nur wenige Fragen beantworten, prognostizierte sie, »denn alles, was irgendeinen Wert hat, wird geschwärzt, weil es sich um streng geheim eingestufte Informationen handelt.« Sie hat auch darauf hingewiesen, wie wir eine wirkliche Untersuchung erkennen, falls es sie gibt: »Wenn sie eine echte Ermittlungen durchführen würden«, sagt sie, »würden wir in diesem Land einige bedeutende Strafverfolgungen auf höchster Ebene sehen.« Aber das ist etwas, fügt sie hinzu, »das sie nicht zulassen werden. Und, glauben Sie mir, sie werden alles tun, um dies zu vertuschen.«69 Wenn eine echte Untersuchung durchgeführt werden soll, so Edmonds, müssen das Volk und die Presse endlich verlangen, dass der Kongress eine solche Untersuchung genehmigt.

Ein großes Hindernis für eine Genehmigung einer Untersuchung könnte der Trägheitsfaktor sein. Unsere Senatoren und Abgeordneten könnten sagen, dass wir jetzt, wo wir bereits zwei Untersuchungen des 11. September hatten, das alles einfach nicht noch einmal durchgehen können. Falls wir dies tun, werden wir in Wirklichkeit sagen, dass wir damit einverstanden sind, dass das Verbrechen des Jahrhunderts wohl unentdeckt bleibt. Es ist ja nicht so, dass diese echte Untersuchung von vorne anfangen müsste. Dank der Forschung, die von Hunderten von Personen durchgeführt wurde, von der vieles in diesem Buch zusammengefasst wird, besäßen Ermittler Dutzende von Stellen, von denen aus sie anfangen könnten – ein Punkt, der uns zum nächsten und letzten Thema bringt.

Entscheidende Beweise

Ich bin oft gefragt worden, ob irgendwelche »rauchende Pistolen« existieren, die auf eine Mittäterschaft der Bush-Regierung hinweisen. Dies ist eine Frage, der ich nicht explizit im Hauptteil dieses Buches nachgegangen bin. Statt aufgrund der berichteten Ereignisse anzuklagen, die am stärksten auf eine solche Komplizenschaft hindeuten, habe ich stattdessen eine kumulative Argumentation vorgelegt und darauf verwiesen, dass es unter der Voraussetzung, dass zumindest ein erheblicher Teil der wiedergegebenen Beweise wahr sind, das Überzeugendste ist, dass anscheinend derart viele Beweisstränge in die gleiche Richtung weisen. Allerdings habe ich hinzugefügt, dass »einige der Stränge [in dieser kumulativen Argumentation] derart sind, dass ein oder zwei von ihnen bei entsprechender Beweislage ausreichen, um den ganzen Fall zu tragen.« Ich sagte, mit anderen Worten, dass wir prima facie einige »rauchende Pistolen« besitzen.

Weil diese Frage so oft aufgekommen ist, will ich mit einer Liste der berichteten Punkte abschließen, die ich als solche ansehen würde. Als ich das Buch erneut durchging, um diese Liste zusammenzustellen, war ich überrascht zu sehen, wie viele es sind. Ich kam tatsächlich auf eine Liste von 40 Punkten:

1. Das Versagen des Standardverfahrens (standard operating procedures), Flug 11 abzufangen.

2. Das Versagen des Standardverfahrens, Flug 175 abzufangen.

3. Das Versagen des Standardverfahrens, Flug 77 abzufangen.

4. Die Tatsache, dass die offizielle Geschichte zu diesen drei Fällen von Versagen ein paar Tage nach dem 11. September geändert wurde.

5. Die Tatsache, dass laut der zweiten Version der offiziellen Geschichte der Befehl zum Aufsteigen von Kampfjets, die Flug 11 und 175 abfangen sollten, an die Otis Air Force Base ging, nicht an die nähere McGuire Base.

6. Die Tatsache, dass gemäß dieser zweiten Version, der Befehl zum Aufsteigen von Kampfjets, um Washington zu schützen, an die Langley Air Force Base ging, nicht an die nähere Andrews Base.

7. Die Tatsache, dass selbst gemäß NORADs Zeitleiste und der größeren Entfernungen, die die Piloten von Otis und Langley zurücklegen mussten, ihre Kampfjets bei Höchstgeschwindigkeit New York und Washington rechtzeitig erreicht hätten, um die Angriffe auf den Südturm und das Pentagon zu verhindern.

8. Die Tatsache, dass gemäß dieser zweiten Version den Kampfjets, die zu spät kamen, um die Flüge 11 und 175 abzufangen, nicht befohlen wurde, nach Washington weiterzufliegen, obwohl zu dieser Zeit bekannt war, dass Flug 77 entführt worden war und laut der offiziellen Version zurück in Richtung Washington flog.

9. Verkehrsminister Minetas Bericht über eine Unterhaltung, die einen »stand down«-Befehl von Vizepräsident Cheney widergespiegelt haben könnte.

10. Die Tatsache, dass am 11. September in New York drei Stahlskelett-Hochhäuser – zum ersten Mal in der Geschichte – aufgrund von Feuer zusammenbrachen – und zwar räumlich ziemlich begrenzten Feuern, vor allem im Südturm und in Gebäude Nr. 7.

11. Die Tatsache, dass der Südturm als erster zusammenbrach, obwohl laut der Hypothese, dass die Gebäude aufgrund von Feuer einstürzten, dieser als zweiter getroffene Turm mit den kleineren Brände nicht zuerst zusammenbrechen sollte.70

12. Die verschiedenen Arten von physikalischen Beweisen, dass die Zwillingstürme und Gebäude 7 durch eine kontrollierte Sprengung einstürzten. (Weil so viele verschiedene Beweisarten existieren – wie die Tatsache, dass die Stahlträger und Stahlsäulen in Stücke mit der richtigen Größe zerschnitten wurden, um auf Lastwagen verladen zu werden – könnte dieser Punkt in viele entscheidende Beweise unterteilt werden.)

13. Larry Silversteins Aussage, dass er und die Feuerwehr sich entschieden hätten, WTC 7 zu sprengen („to pull“), zusammen mit Beweisen dafür, dass die Feuerwehr Vorkenntnisse zu seinem Zusammenbruch besaß, trotz des Fehlens physikalischer Beweise für einen drohenden Zusammenbruch.

14. Bürgermeister Giulianis Äußerung, im Voraus gewusst zu haben, dass die Zwillingstürme zusammenbrechen würden.

15. Die schnelle Beseitigung des Stahls aller drei Gebäude – insbesondere von Gebäude Nr. 7, wo es keine Opfer gab – bevor er untersucht werden konnte.

16. Die Tatsache, dass fotografisches Beweismaterial zeigt, dass das am Pentagon erzeugte Loch viel kleiner ist als ein Loch, das eine Boeing 757 verursacht hätte.

17. Die Tatsache, dass Aufnahmen keine Überreste eines großen Passagierflugzeugs vor der Einschlagstelle zeigen, obwohl angesichts des kleinen Eintrittslochs nicht die ganze Boeing 757 eingedrungen sein konnte.

18. Die Tatsache, dass Zeugen außerdem berichteten, keine Überreste eines großen Passagierflugzeugs im Inneren des Pentagon gesehen zu haben.

19. Die Tatsache, dass der Westflügel nicht gerade der wahrscheinlichste Teil des Pentagon war, den Terroristen anvisieren würden, und sogar der unwahrscheinlichste Teil war, der außerdem noch schwer zu treffen war.

20. Die Tatsache, dass jedes nicht-militärische Fluggerät, weil es keinen Transponder haben konnte, der ein »Freund«-Signal aussenden würde, automatisch von der Raketenbatterie des Pentagons abgeschossen worden wäre.

21. Die extreme Unwahrscheinlichkeit, dass ein entführtes 757 rund 40 Minuten unbemerkt durch den amerikanischen Luftraum fliegen konnte – vor allem in Richtung des Pentagons.

22. Die Beweise dafür, dass die Bush-Regierung darüber gelogen hat, Flug 93 nicht abgeschossen zu haben.

23. Die Tatsache, dass Präsident Bush bei seiner Ankunft an der Sarasota-Schule – selbst nach einem Telefongespräch mit Condoleezza Rice – den Eindruck vermittelte, er wüsste nicht, dass abgesehen von dem Flugzeug, das in den Nordturm des WTC gestürzt war, zwei weitere Flugzeuge entführt wurden.

24. Die Tatsache, dass Bush, nachdem er über den Angriff auf den Südturm unterrichtet worden war, nicht wie ein Oberbefehlshaber handelte, der überrascht davon war, dass die Vereinigten Staaten gerade den größten Terroranschlag in ihrer Geschichte erlitten.

25. Die Tatsache, dass Bush und sein Gefolge – einschließlich des Secret Service – während ihres Aufenthalts in Florida keine Spur von Angst zeigten, angegriffen zu werden, obwohl sie zu diesem Zeitpunkt – soweit man der offiziellen Version Glauben schenkt – weder gewusst haben konnten, wie viele Flugzeuge entführt wurden, noch was die Ziele der Terroristen waren.

26. Das mehrfache Abstreiten von Mitgliedern der Bush-Regierung, sie hätten keine Ahnung gehabt, dass Flugzeuge bei einem Terroranschlag gegen die Vereinigten Staaten als Waffen benutzt werden könnten, obwohl dieses Wissen weit verbreitet war – zum Teil wegen Warnungen, die die Bush-Regierung selbst erhalten hatte, dass Terroristen tatsächlich solche Anschläge planten.

27. Die Tatsache, dass das FBI spezifisches Vorwissen zu den Anschlägen haben musste, angesichts (a) der Konfiszierung einer Filmaufnahme des Angriffs auf das Pentagon innerhalb von fünf Minuten, (b) der Konfiszierung von Akten der Schüler von Flugschulen in Florida innerhalb von 18 Stunden und (c) die berichteten Zeugenaussagen von FBI-Agenten (gegenüber David Schippers und dem New American), dass sie den Zeitpunkt und die Ziele des New Yorker Anschlags Monate im Voraus kannten.

28. Das wiederholte Abstreiten der Mitglieder der Bush-Regierung, dass sie spezifisches Vorauswissen zu den Anschlägen des 11. Septembers erhalten hatten, was im Widerspruch zu stichhaltigen gegenteiligen Beweisen steht, einschließlich der Ankäufe von riesigen Mengen an Put-Optionen auf United Airlines, American Airlines und Morgan Stanley Dean Witter.71

29. Beweise, dass Osama bin Laden zwar offiziell Amerikas meistgesuchter Verbrecher war, er aber zwei Monate vor dem 11. September in einem amerikanischen Krankenhaus in Dubai von einem amerikanischen Chirurgen behandelt und von einem CIA-Agenten besuchte wurde.

30. Beweise dafür, dass FBI-Agenten in Minnesota, New York und Chicago durch das FBI-Hauptquartier an der Durchführung von Untersuchungen gehindert wurden, die die Terroranschläge aufgedeckt hätten.

31. Das Schikanieren und die Degradierung von DIA-Agentin Julie Sirrs, nachdem sie aus Afghanistan Informationen über einen Plan zurückgebracht hatte, Ahmad Massood zu ermorden.

32. Beweise dafür, dass die Bush-Regierung bereits im Juli 2001 beschlossen hatte, »spätestens bis Mitte Oktober« Afghanistan anzugreifen, in Verbindung mit der Tatsache, dass die Anschläge des 11. September dadurch, dass sie an diesem Tag stattfanden, dem US-Militär genügend Vorbereitungszeit gaben, diesen Angriff am 7. Oktober zu starten.

33. Die Beweise dafür, dass während der »Jagd nach bin Laden« nach dem 11. September ihm und seinen al-Qaida-Kräfte wiederholt gestattet wurde, zu entkommen.

34. Beweise dafür, dass die Bush-Regierung in vielfältiger Weise versuchte, die Verbindungen zwischen dem 11. September und Pakistans ISI zu verbergen.

35. Die Tatsache, dass das ISI, das Justizministerium und die Luftwaffe sich allesamt weigerten, Fragen zum Bericht zu beantworten, dass viele der (vermeintlichen) Entführer eine Ausbildung an US-Flugschulen erhalten hatten.

36. Die vielfachen Gründe, die Fabel der offiziellen Verschwörungstheorie von arabisch-muslimischen Entführern anzuzweifeln.

37. Das Feuern von und der anschließende Maulkorberlass für FBI-Whistleblower Sibel Edmonds, nachdem sie berichtet hatte, dass eine mit dem 11. September in Verbindung stehenden Untersuchung von einem Spion sabotiert wurde.

38. Die Tatsache, dass Leute wie Julie Sirrs und Sibel Edmonds bestraft wurden, es aber keinerlei Berichte über Strafen für jemanden gibt, der in Bezug auf den 11. September inkompetent oder behindernd gehandelt hatte – weder bei der FAA, dem FBI, der CIA, der DIA, der NSA, dem Justizministerium, dem Weißen Haus, NORAD, dem Pentagon oder dem US-Militär im Allgemeinen.

39. Die Tatsache, dass die Bush-Regierung nicht die Identitäten derer preisgab, die die Put-Optionen auf United Airlines, American Airlines und Morgan Stanley Dean Witter gekauft hatten.

40. Die Tatsache, dass das Weiße Haus immer wieder die Versuche der 9/11-Kommission behinderte – so schwach sie auch anscheinend waren – zu erfahren, wie die Anschläge des 11. September zum Erfolg geführt werden konnten.

41. Diese »rauchenden Pistolen« könnten einige Ansatzpunkte für eine echte Untersuchung liefern – falls und wenn eine solche Untersuchung überhaupt jemals zugelassen wird.72

© David Ray Griffin
Oliver Bommer (deutsche Übersetzung)