6. Kapitel: Behinderten US-Beamte Untersuchungen vor dem 11. September?

Das neue Pearl Harbor - Band 1
Beunruhigende Fragen zur Bush-Regierung und zum 11. September

Teil 2: Die größeren Zusammenhänge

6. Kapitel

Behinderten US-Beamte Untersuchungen vor dem 11. September?

Als Informationen über einige der im vorigen Kapitel besprochenen Warnungen durchsickerten, spielten US-Beamte die Bedeutung dieser Warnungen durch die Behauptung herunter, dass immer so viel Geheimdienstdaten hereinkommen, dass es oft schwierig ist, die bedeutenden Informationen vom »Hintergrundrauschen« zu unterscheiden, also von den ganzen Berichten, die sich als falsch oder unbedeutend herausstellen. Nach einer Katastrophe wie dem 11. September, sagen sie, ist es unfair, die wenigen Informationsstückchen, die damit zusammenhängen, herauszugreifen und auf der Basis des kompletten nachträglichen Wissens zu behaupten, die Beamten hätten in der Lage sein müssen, »sich das richtige Bild zu machen.« Selbst wenn dieses Argument zu Recht verwendet würde, um die im vorherigen Kapitel erwähnten Warnungen abzutun – wenden die Kritiker ein (wobei sie dabei bleiben, dass das nicht geht) – würde dies deutlich auf eine offizielle Komplizenschaft hinweisen, soweit es Belege dafür gibt, dass Regierungsbehörden absichtlich Untersuchungen zu al-Qaida und mit ihr verbundene Einzelpersonen verhindert hätten. Und die Kritiker bestehen darauf, dass solche Belege tatsächlich existieren.

Einer der wichtigsten Gründe, die offizielle Geschichte des 11. September zu bezweifeln, sind nach Ansicht von Kritikern Beweise dafür, dass die US-Regierung weit davon entfernt war, alles zu tun, um bin Laden zu töten oder gefangen zu nehmen, und dies wiederholt versäumte, selbst als sie die Möglichkeit dazu hatten. Ich fasse einige Begebenheiten zusammen, die Ahmed und Thompson ermittelt haben.

Im Dezember 1998 gab CIA-Direktor George Tenet Berichten zufolge ein Memorandum innerhalb der Geheimdienstkreise herum mit dem Wortlaut »Wir befinden uns im Krieg« und fügte hinzu: »Ich will keine Ressourcen oder Menschen bei diesen Mühen scheuen, sowohl innerhalb der CIA oder der [umfangreichen Geheimdienst-]Kreise.« Allerdings erfuhr die Joint Inquiry des Kongresses später, dass es keine wesentlichen Veränderungen beim Haushalt oder Personal gab und dass nur wenige FBI-Agenten je von dieser Erklärung gehört hatten.1

Am 20. Dezember 2000 reichte Richard Clarke, ein Anti-Terror-Experte, einen Plan ein, um al-Qaida als Reaktion auf den Bombenanschlag auf die USS Cole im Oktober 2000 »zurückdrängen«. Die Hauptkomponente von Clarkes Plan war ein drastischer Anstieg der verdeckten Aktion in Afghanistan, um bin Ladens »Rückzugsgebiet zu eliminieren.« Die Clinton-Regierung reichte den Plan an die Bush-Regierung mit der Begründung weiter, sie würde in wenigen Wochen die Regierung übernehmen. Im Januar lehnte die Bush-Regierung jedoch den Plan ab und tat stattdessen nichts.2

Laut einem Bericht von ABC News reiste Julie Sirrs, eine Agentin der Defense Intelligence Agency (DIA), 2001 zweimal nach Afghanistan. Auf ihrer ersten Reise traf sie sich mit dem Führer der Nordallianz Ahmad Masood.3 Auf ihrer zweiten Reise kehrte sie damit nach Hause zurück, was sie später als »eine Schatzkiste von Informationen« bezeichnete, einschließlich Beweisen, dass bin Laden plane, Masood zu ermorden (der tatsächlich am 9. September ermordet wurde, wie Kapitel 8 erläutern wird). Allerdings wurde Julie Sirrs am Flughafen von einem Sicherheitsbeamten empfangen, der ihr Material beschlagnahmte, woraufhin die DIA und das FBI sie untersuchten. Dennoch, sagte sie, wollte kein höherer Geheimdienstbeamte hören, was sie in Afghanistan erfahren hatte. Schließlich wurde ihre Sicherheitsfreigabe zurückgezogen und sie kündigte bei der DIA.4

Im März 2001 legte Russlands Ständige Vertretung bei den Vereinten Nationen dem UN-Sicherheitsrat im Geheimen »einen beispiellos detaillierten Bericht« über bin Laden und seinen Aufenthaltsort vor, inklusive »einer Auflistung aller seiner Basen und seiner Regierungskontakte und ausländischen Beratern« – nach Ansicht der Russen genügend Informationen, um ihn zu töten. Aber die Bush-Regierung unternahm nichts. Alex Standish, der Herausgeber von Jane's Intelligence Review, zog später den Schluss, dass die Anschläge des 11. September nicht ein Versagen der Geheimdienste waren, sondern das Ergebnis »einer politischen Entscheidung, nicht gegen bin Laden vorzugehen.«5

Im Sommer 2001 war Osama bin Laden Amerikas meistgesuchter Verbrecher mit einem Kopfgeld von 5.000.000 Dollar, den die US-Regierung angeblich versucht hatte zu töten. Und doch verbrachte bin Laden nach Angaben mehrerer der angesehensten europäischen Presseagenturen im Juli zwei Wochen im amerikanischen Krankenhaus von Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Er wurde nicht nur von einem amerikanischen Chirurgen, Dr. Terry Callaway, behandelt, sondern Berichten zufolge auch vom Leiter des saudischen Geheimdienstes und am 12. Juli vom dortigen CIA-Agenten, Larry Mitchell besucht. Obwohl die Berichte von der CIA, dem Krankenhaus und bin Laden selbst abgestritten wurden, verweigerte Dr. Callaway nach Berichten einfach jeden Kommentar, und die Nachrichtenagenturen blieben bei ihrer Geschichte.6

Über »die explosive Story«, so Thompson, wurde »in Europa breit berichtet, aber fast gar nicht in den USA.«7 Nachdem die Geschichte im November bekannt wurde, kommentierte Chossudovsky Verteidigungsminister Rumsfelds Behauptung, dass das Auffinden von bin Laden wie die »Suche nach der Nadel im Heuhaufen« sei: »Die USA hätten zwar seine Verhaftung und Auslieferung im vergangenen Juli in Dubai anordnen können. Aber dann hätten sie keinen Vorwand für einen Krieg gehabt.«8

Verborgene Verbindungen zwischen Bush, bin Laden und dem saudischen Königshaus

Eine der beunruhigenden Fragen, die Kritiker der offiziellen Darstellung stellen, ist, ob die aktuellen Beziehungen zwischen der Bush-Regierung, Osama bin Laden und dem saudischen Königshaus nicht doch eher anders sind als ihre öffentliche Darstellung. Es gibt mehrere Gründe für diesen Verdacht. Erstens hatte die Familie bin Laden – eine der reichsten und einflussreichsten Familien Saudi-Arabiens – und die Bush-Familie seit über 20 Jahren Geschäftsbeziehungen.9 Zweitens: obwohl Osama bin Laden als das schwarze Schaf der Familie dargestellt wird, das wegen seiner terroristischen Aktivitäten enteignet wurde – so dass sich die »guten bin Ladens« radikal vom »schlechten bin Laden« unterscheiden – gibt es viele Beweise, dass Osamas enge Beziehungen mit seiner Familie weiterbestanden.10 Drittens gibt es Beweise, dass Osama bin Laden weiterhin verdeckte Hilfen vom engen amerikanischen Verbündeten Saudi-Arabien erhielt.11 Ein vierter Grund für diesen Verdacht sind die Berichte, dass unmittelbar nach dem 11. September die US-Regierung in Zusammenarbeit mit der saudischen Regierung vielen Mitgliedern der Familie bin Laden halfen, die Vereinigten Staaten zu verlassen. Sie erlaubten ihren Flugzeugen sogar zu fliegen, noch bevor das nationale Flugverbot aufgehoben wurde.12 Ein fünfter Verdachtsmoment ist die Tatsache, dass die Regierung, als der Abschlussbericht des Gemeinsamen Untersuchungsausschusses des Geheimdienstausschusses des Repräsentantenhauses und Senats zum 11. September schließlich im Jahr 2003 veröffentlicht wurde, darauf bestand, etwa 28 Seiten zu sperren, die Berichten zufolge in erster Linie Saudi-Arabien behandelten. Schließlich gibt es die simple Tatsache, dass die meisten der angeblichen Entführer aus Saudi-Arabien stammten.

Diese Verdachtsmomente werden ferner durch Berichte von glaubwürdigen Zeugen über die Fortsetzung der Beziehungen zwischen der saudischen Regierung, Osama bin Laden und al-Qaida erhärtet.

Am 22. August 2001 kündigte der Anti-Terror-Experte John O'Neill – der »der engagierteste Jäger von Osama bin Laden und seinem al-Qaida-Netzwerk von Terroristen« der US-Regierung gewesen sein soll – beim FBI unter Berufung auf die wiederholten Behinderungen seiner al-Qaida-Ermittlungen.13 Im Juli 2001 beschwerte sich O'Neill, der eine der höchsten FBI-Positionen innehatte, Berichten zufolge über Behinderungen durch das Weiße Haus und sagte, dass die Haupthindernisse für die al-Qaida-Untersuchung »die Interessen der US-Öl-Unternehmen und die Rolle Saudi-Arabiens seien.« Er fügte dann hinzu: »Alle Antworten, alles um Osama bin Ladens Organisation zu zerstören, können in Saudi-Arabien gefunden werden.«14 O'Neills Einschätzung wurde laut Ahmed von Tariq Ali bekräftigt, der schrieb: »Bin Laden und seine Bande sind nur die Tentakeln [der wahabitischen Krake], der Kopf liegt sicher in Saudi-Arabien, geschützt durch US-Truppen.«15

Die Ansicht, dass sich jede ernsthafte Untersuchung auf Saudi-Arabien konzentrieren müsse, wurde interessanterweise in jüngerer Zeit von Gerald Posner geteilt, also von einem Autor, der in den meisten Punkten die offizielle Version des 11. September unterstützt.16 Auf Grundlage von Informationen, die zwei Quellen in der US-Regierung anonym, aber unabhängig voneinander bereitstellten, berichtet Posner über das amerikanische Verhör des Saudis Abu Zubaydah, eines der Spitzenleute von al-Qaida, der gegen Ende März 2002 in Pakistan gefangen genommen wurde. Das Verhör wurde unter Zuhilfenahme des Wahrheitsserums Thiopental von zwei Amerikanern mit arabischen Wurzeln durchgeführt, die vorgaben, Saudis zu sein. Erleichtert, sich in Gegenwart von Männern zu befinden, von denen er glaubte, dass es sich um Landsleute handelte, wurde Zubaydah sehr gesprächig.17

In der Hoffnung, sich selbst zu retten, behauptete Zubaydah, dass er als Mitglied von al-Qaida im Namen saudischer Beamten handelte. Er ermutigte seine Fragensteller, Bestätigungen für seine Behauptungen einzuholen, und rief sie dazu auf, König Fahds Neffen, Prinz Ahmed bin Salman bin Abdul-Aziz anzurufen (Vorsitzender eines großen Verlagsimperiums und Gründer der Thoroughbred Corporation, aus deren Stall »War Emblem« kam, ein Sieger des Kentucky Derbys, dem ältesten US-Pferderennen). Zubaydah konnte ihnen sogar die Telefonnummern von Prinz Ahmed auswendig nennen. Als seine Vernehmungsbeamten sagten, dass der 11. September sicherlich alles verändert hätte, so dass Prinz Ahmed al-Qaida nicht mehr unterstützen würde, sagte ihnen Zubaydah, dies hätte nichts geändert, weil Prinz Ahmed im Voraus gewusst hätte, dass Amerika am 11. September angegriffen würde. Zubaydah gab auch aus dem Gedächtnis die Telefonnummern von zwei weiteren Verwandten Königs Fahds, die sein Behauptungen bestätigen könnten: Prinz Sultan bin Faisal bin Turki al-Saud und Prinz Turki bin Fahd ibn Saud al-Kabir.

Weniger als vier Monate später gab es Ereignisse, die für Posner daraufhin wiesen, dass Zubaydahs Aussage wahr sein könnte. Innerhalb einer Zeitspanne von acht Tagen starben alle drei genannten Saudis. Am 22. Juli starb Prinz Ahmed im Alter von 43 Jahren, angeblich an einem Herzinfarkt. Am nächsten Tag starb Prinz Sultan bin Faisal im Alter von 41 Jahren nach Berichten bei einem Autounfall, an dem nur sein Auto beteiligt war. Eine Woche später »verdurstete« Prinz Turki bin Fahd im Alter von 21 Jahren.18

Zubaydah sagte auch, er habe an mehreren Treffen zwischen Osama bin Laden und Prinz Turki bin Faisal, dem Chef des saudischen Geheimdienstes teilgenommen, darunter einem Treffen im Jahr 1998 in Kandahar, bei dem Prinz Turki versprach, dass die Saudis weiterhin die Taliban unterstützen würden und nicht Osamas Auslieferung verlangen würden, solange al-Qaida das Versprechen hielte, das saudische Königreich nicht anzugreifen. Aber Prinz Turki – der als Chef des saudischen Geheimdienstes zehn Tage vor dem 11. September entlassen und danach saudischer Botschafter in Großbritannien wurde – überlebte die Zeugnisaussagen über ihn.19

In jedem Fall weisen die Darstellungen dieser Verbindungen zwischen dem saudischen Königshaus, Osama bin Laden und al-Qaida daraufhin, dass das Versagen der Amerikaner, bin Laden zu fassen, mit den engen Beziehungen zwischen der saudischen Königsfamilie, der Familie bin Laden und der Bush-Regierung zusammenhängen könnte. Nach einem Bericht der Investigativreporter Gregory Palast und David Pallister beklagten sich US-Geheimdienstler seit langem, sie seien »aus politischen Gründen an der Durchführung vollständiger Ermittlungen gegen Mitglieder der Familie bin Laden behindert worden«, und sagten, dass nach dem Amtsantritt der Bush-Regierung die Dinge noch schlimmer wurden. Sie berichteten außerdem, dass man ihnen »gesagt hatte‚ sich bei Untersuchungen gegen andere Mitgliedern der bin Laden-Familie [und] der saudischen Königsfamilie zurückzuhalten.«20 Palast führte diesem Punkt in einem Interview weiter aus: »Wir hatten ohne Frage etwas, das wie das größte Versagen der Geheimdienste seit Pearl Harbor aussah, aber wie wir jetzt erfuhren, war es kein Fehler, es war ein Anordnung.«21 Diese Schlussfolgerung wird durch die Worte eines amerikanischen Geheimdienstmitarbeiters gestützt: »Es gab bestimmte Untersuchungen [zur bin Laden-Familie], die erfolgreich verhindert wurden.«22

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Es waren jedoch nicht nur bin Laden und seine Familie, zu denen Berichten zufolge Untersuchungen abgewürgt wurden. Ahmed und Thompson erwähnen mehrere Fälle, bei denen die Untersuchungen anderer vielversprechender Fährten offenbar entweder behindert oder gar nicht erst eingeleitet wurden. Diese Fälle sind besonders relevant für die Schlussfolgerung der Joint Inquiry, dass die Anschläge vom 11. September durch Geheimdienstfehler zu Stande kamen, die zwar bedauerlich, aber verständlich waren. Trotz des Hinweises, dass die Geheimdienste mehr Warnungen bekommen hatten, als sie zugaben, nahm die Joint Inquiry sie zum Teil mit den Worten aus der Verantwortung, dass sie zwar einige wichtige Hinweise übersehen hatten, aber »es sind diese Art von Fehlern, die passieren, wenn Leute ... einfach überfordert sind.«23 Bei einigen der folgenden Fälle waren Agenten im aktiven Einsatz offenbar weniger überfordert, als vielmehr überstimmt worden.

Das FBI in Phoenix wird ignoriert

Am 10. Juli 2001 sandte Phoenix FBI-Agent Ken Williams das heutzutage sehr bekannte Memorandum an die Anti-Terror-Abteilung des FBI-Hauptquartiers, das vor verdächtigen Aktivitäten einer Gruppe von Männern aus dem Nahen Osten warnte, die Flugtraining nahmen. Williams hatte im Jahr 2000 mit der Ermittlung gegen sie begonnen, aber Anfang 2001 wurde er stattdessen auf einen Brandstiftungsfall angesetzt. Ein pensionierter Agent in Phoenix fragte FBI-Direktor Mueller nach dem 11. September: »Warum nehmen Sie Ihren besten Terrorismus-Ermittler und befassen ihn mit einer Brandstiftung?« Williams war erst einen Monat wieder am Flugschulen-Fall, als er sein Memo schrieb. Er vermutete, dass Gefolgsleute von bin Laden Flugstunden für terroristische Zwecke nehmen könnten und empfahl ein nationales Programm zur Überwachung verdächtiger Flugschüler. Das FBI-Hauptquartier richtete jedoch kein solches Programm ein.24

Behinderung des FBI in Minneapolis

Mitte August 2001 rief das Personal einer Flugschule in Minneapolis das lokale FBI an, um über ihren Verdacht zu berichten, Zacarias Moussaoui, der an einem Boeing-747-Flugsimulator trainiere, plane, eine echte 747 »als Waffe zu benutzen.«25 Nachdem die FBI-Agenten aus Minneapolis Moussaoui verhafteten und viele verdächtige Umstände herausfanden, fragten sie das FBI-Hauptquartier nach der Befugnis, seinen Laptop und andere Dinge durchsuchen zu dürfen. Doch obwohl das FBI-Hauptquartier weitere Informationen über Moussaoui aus Frankreich erhalten hatte - die nach französischen Angaben eindeutig zeigten, dass er eine Bedrohung darstellte (26) - sagten hohe FBI-Beamte, die Informationen »seien zu vage, um einen Durchsuchungsbefehl für seinen Rechner zu rechtfertigen.«27 Dabei waren die Minneapolis-Agenten, die den französischen Geheimdienstbericht gesehen haben, wie »im Rausch«, wobei einer von ihnen spekulierte, Moussaoui könnte »etwas in das World Trade Center fliegen.«28 Die Agenten aus Minneapolis wollten »dringend den Laptop durchsuchen« und stellten einen Antrag an das FBI-Hauptquartier auf einen Durchsuchungsbefehl unter dem Foreign Intelligence Surveillance Act (FISA, Gesetz zur Überwachung ausländischer Geheimdienste), von dem sie sicher waren, ihn zu erhalten, da den Beamten in der Vergangenheit nahezu alle Anforderungen gewährt worden waren.29

Das FBI-Hauptquartier leitete die Anfrage aber an die Einheit für Radikale Fundamentalisten (RFU) weiter. Einer dieser Agenten kritisierte den FBI-Chef in Minneapolis, weil er die Leute wegen Moussaoui »verrückt machte«, ohne ihm von Ken Williams’ Memo aus Phoenix zu erzählen, das der Leiter der RFU erhalten hatte.30 Der Antrag aus Minneapolis wurde dann an die RFU-Agentin Marion »Spike« (Stachel) Bowman weitergeleitet, die ihrem Spitznamen alle Ehre machte, indem sie mit dem Beseitigen von Beweisen fortfuhr, nach denen Moussaoui über eine Rebellengruppe in Tschetschenien mit al-Qaida in Verbindung stand. Danach behauptete sie auf der Grundlage der redigierten Anfrage, es gäbe keine ausreichende Verbindung zu al-Qaida für einen Durchsuchungsbefehl und leitete das Ersuchen nicht einmal an die FISA-Stelle weiter.31 Die FBI-Justitiarin in Minneapolis Coleen Rowley stellte folgende Frage: »Warum sollte ein FBI-Agent absichtlich den Fall sabotieren?« Andere Agenten im Minneapolis-Büro scherzten, dass diejenigen in der Zentrale, die den Antrag blockierten, »Spione oder Maulwürfe sein müssten, ... die für Osama bin Laden arbeiteten.« Ein Agent kam zu dem Schluss, dass das FBI-Hauptquartier »die Ermittlungen zum Scheitern bringen wollte.«32

Es ist interessant, diese Darstellung des Geschehens mit den »Ergebnissen« der Joint Inquiry in der Zusammenfassung des Abschlussberichts zu vergleichen, nachdem »das Personal im FBI-Hauptquartier, einschließlich der Einheit für radikale Fundamentalisten, der FBI-Einheit für nationale Sicherheitsgesetze, sowie Agenten der Außenstelle Minneapolis die rechtlichen Standards für den Erhalt eines FISA-Auftrags missverstanden hatten« und »die Auffassung vertraten ... der FISA-Prozess sei langwierig und voller Gefahren.« Nach dieser Erkenntnis gab es keine Sabotage, sondern lediglich überall Missverständnisse, selbst in Minneapolis. Angesichts der Tatsache, dass dieser Bericht viele Monate nachdem Coleen Rowleys wütendes Memo, das weiter unten besprochen wird, Teil der öffentlich verfügbaren Akten wurde, ist es rätselhaft, wie die Joint Inquiry davon ausgehen konnte, die Agenten in Minneapolis wären verwirrt gewesen.

Auf alle Fälle konnten die Minneapolis FBI-Agenten Moussaouis Computer und andere persönliche Gegenstände erst nach den Anschlägen des 11. September überprüfen.33 Nach dieser Durchsuchung sagte der damalige stellvertretende Direktor des FBI, der Computer enthielt »nichts bedeutendes ... in Bezug auf den 11. September«, doch die Washington Post zitierte Ermittler des Kongresses mit den Worten, »die Beweise, die sich im ungeprüften Besitz Zacarias Moussaouis befanden, waren sogar noch wertvoller als bisher angenommen,« weil sie ihn »mit der zentralen Entführerzelle in Hamburg in Verbindung bringen« und »mit einem al-Qaida-Mitglied in Malaysia, dessen Aktivitäten durch die CIA überwacht wurden.«34 Die New York Times kommt zu dem Schluss, dass der Moussaoui-Fall »neue Fragen dazu aufwarf, warum das Federal Bureau of Investigation und andere Behörden die Entführungen nicht verhinderten.«35

Drei Tage nach dem 11. September machte FBI-Direktor Mueller, der erst kurz zuvor in diese Position berufen wurde, seine bereits zitierte Aussage: »Es gab keine Anzeichen, von denen ich weiß, die auf diese Art von Operation im Land hinwiesen.« Coleen Rowley und andere Agenten in Minneapolis versuchten, sein Büro zu erreichen, um ihn auf den Moussaoui-Fall aufmerksam zu machen, so dass seine »öffentlichen Erklärungen entsprechend geändert werden könnten«, doch Mueller machte weiterhin ähnliche Kommentare, einschließlich seiner Zeugenaussage bei einer Senatsanhörung am 8. Mai 2002, dass »es nichts gab, was seine Behörde hätte tun können, um die Angriffe vorherzusehen oder zu verhindern.«36 Laut Berichten über die Anhörung musste Mueller schließlich jedoch zugeben, dass einen Monat vor dem 11. September ein FBI-Agent »bei einem Treffen auf hoher Ebene spekuliert hatte, Moussaoui könnte Unterricht nehmen, um ein Flugzeug in das World Trade Center in New York zu stürzen.«37 Zwei Wochen später veröffentlichte Rowley ein langes Memo, das sie über die FBI-Behandlung des Moussaoui-Falls geschrieben hatte. Das Time-Magazin nannte es »eine kolossale Anklage der Verletzung der Sorgfaltspflicht unserer höchsten Strafverfolgungsbehörde.«38 Nach der Veröffentlichung dieses Memos änderte Mueller seine öffentliche Haltung leicht: »Ich kann nicht mit Sicherheit sagen, dass es nicht die Möglichkeit gab, dass wir auf einige Fährten gestoßen sind, die uns zu den Entführern führen konnten.«39

Behinderung des FBI in Chicago

1998 hatte FBI-Agent Robert Wright die Verfolgung einer terroristischen Zelle in Chicago aufgenommen, weil er vermutete, dass das Geld für die Bombenanschläge auf die US-Botschaften in jenem Jahr von einem saudischen Multimillionär stammte, der in Chicago lebte. Im Januar 2001 wurde ihm trotz seiner Überzeugung, dass die Beweislage immer deutlicher würde, gesagt, dass der Fall geschlossen würde. Im Juni schrieb er ein internes Memorandum, indem er das FBI beschuldigte, nicht zu versuchen, einen Terroranschlag zu verhindern, sondern »lediglich Informationen zu sammeln, damit sie wüssten, wer zu verhaften ist, wenn ein Terroranschlag stattgefunden hat.«40 Im Mai 2002 kündigte Wright an, er würde das FBI verklagen, weil es ihm die Genehmigung verweigerte, ein Buch zu veröffentlichen, das er über die Affäre geschrieben hatte. Seine Beschreibung der Handlungen seiner Vorgesetzten bei der Beschneidung seiner Untersuchungen enthielt Worte wie »verhindert«, »durchkreuzt«, »behindert«, »bedroht«, »eingeschüchtert« und »Vergeltungsmaßnahmen«.41 In einem späteren Interview berichtete er, ihm wurde gesagt, sein Fall würde geschlossen, weil es »besser ist, keine schlafenden Hunde zu wecken« und fuhr fort: »Diese Hunde waren nicht am Schlafen, sie waren am Trainieren, sie machten sich bereit. ... Der 11. September ist eine direkte Folge der Unfähigkeit der FBI-Einheit für internationalen Terrorismus.« Der Chicagoer Bundesstaatsanwalt Mark Flessner, der ebenfalls an dem Fall gearbeitet hatte, dachte offenbar, etwas anderes als Inkompetenz sei daran beteiligt und sagte, es »waren Leute in Positionen über mir im Justizministerium und im FBI, die einfach nicht wollten, dass der Sache nachgegangen wird.«42

Behinderung des FBI in New York

Am 28. August 2001 versuchte das FBI-Büro in New York, das glaubte, Khalid Almihdhar - später als einer der Entführer bezeichnet – sei an dem Bombenanschlag auf die USS Cole beteiligt gewesen, das FBI-Hauptquartier zu überzeugen, eine Strafuntersuchung zu eröffnen. Doch der New Yorker Antrag wurde mit der Begründung abgelehnt, Almihdhar könne nicht mit der Cole-Untersuchung in Verbindung gebracht werden, ohne sensible Geheimdienstinformationen einzubeziehen. Ein New Yorker Agent äußerte seine Enttäuschung in einer E-Mail folgendermaßen: »Was auch immer damit passiert ist - irgendwann wird jemand sterben - und ... die Öffentlichkeit wird nicht verstehen, warum wir nicht effektiver gehandelt haben. ... Hoffen wir, die Einheit für nationales Sicherheitsrecht [des FBI] wird dann hinter ihren Entscheidungen stehen, zumal die größte aktuelle Bedrohung für uns, OBL [Osama bin Laden] den größten "Schutz" genießt.«43

Gerechtigkeit für eine Spionin

Sibel Edmonds und Can Dickerson wurden beide nach den Anschlägen des 11. September vom FBI als Übersetzer eingestellt. Edmonds informiert bald darauf ihre Vorgesetzten, Dickerson hätte zuvor für eine bestimmte ausländische Organisation gearbeitet, was das FBI untersuchen würde, und er würde sensible Informationen über diese Organisation falsch übersetzen oder sogar überhaupt nicht übersetzen. Edmonds informierte ihre Vorgesetzten darüber hinaus, dass Dickerson sie bedroht hätte, weil sie es ablehnte, als Spionin für diese Organisation zu arbeiten. Das FBI, berichtet Edmonds, reagierte aber nicht auf ihre Beschwerden, die sie mehr als einmal erhob. Daher schrieb sie im März, kurz nachdem sie gefeuert wurde, einen Brief an den Generalinspekteur des Justizministeriums. Sie klagte und behauptete, sie sei gefeuert worden, weil sie Fehlverhalten aufgedeckt hatte. Im Oktober bat Justizminister Ashcroft auf Ersuchen von FBI-Direktor Mueller einen Richter, Edmonds’ Klage abzulehnen, unter Berufung auf das Vorrecht von Staatsgeheimnissen, »um die Außenpolitik und nationale Sicherheitsinteressen der Vereinigten Staaten zu schützen.«44 Kritiker fragen sich selbstverständlich, warum die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten durch Ignorieren einer Behauptung geschützt wird, wenn ein Spion für eine ausländische, vom FBI untersuchte Organisation diese Untersuchung sabotiert.

Schippers und FBI-Agenten klagen gegen die US-Regierung

Am 13. September 2001 erklärte der Jurist David Schippers – der Chefermittler für den Justizausschuss des US-Repräsentantenhaus im Jahr 1998 war und Chefankläger bei der Amtsenthebung von Präsident Clinton im Jahr 1999 – öffentlich, er habe versucht, Generalstaatsanwalt Ashcroft sechs Wochen vor geplanten Angriffen in »Lower Manhattan« zu warnen. Diese Warnung basierte auf Informationen, die er von FBI-Agenten erhalten hatte. In dieser und folgenden Erklärungen sagte Schippers, der Termin und die Ziele der Anschläge sowie die Namen und die Finanzierungsquellen der Entführer wären den Agenten Monate im Voraus bekannt gewesen. Schippers behauptete weiter, das FBI hätte diese Untersuchungen beschnitten und den Agenten Strafen angedroht, wenn sie mit ihren Informationen an die Öffentlichkeit gingen. Zu dieser Zeit, erklärte Schippers weiter, baten ihn die Agenten, seinen Einfluss nutzen, um die Regierung zum Handeln zu bewegen, um die Anschläge zu verhindern. Nachdem Schippers mit diesen Bemühungen scheiterte, stimmte er zu, einige der Agenten in einer Klage gegen die Bundesregierung zu vertreten, während der sie, wenn sie vorgeladen werden, ihre Geschichte ohne Angst vor Verfolgung berichten könnten.45

Aufgrund dieser Klage ist Schippers - wie die Rechtsvereinigung Judicial Watch, die mit ihm bei diesem Fall zusammenarbeitete - kein neutraler Zeuge. Aber Schippers' Vorwürfe wurden, wie Ahmed darauf hinweist, in einem Bericht von William Norman Grigg im konservativen Magazin The New American bestätigt. Grigg interviewte drei FBI-Agenten, die bestätigt hätten, »dass die an Schippers weitergeleiteten Informationen vor dem 11. September innerhalb des FBI weithin bekannt waren.« Einer von ihnen sagte laut Berichten, einige der FBI-Agenten aus diesem Bericht – die zu den »erfahrensten Kerlen« gehörten - »sagten fast exakt voraus, was am 11. September passierte.« Er sagte auch, es wäre »im ganzen FBI« allgemein bekannt, »wie diese Warnungen von Washington ignoriert wurden.«46

Diese Berichte machen es noch rätselhafter, wie die Joint Inquiry, wie in Kapitel 5 erwähnt, feststellen konnte, dass keine der den Geheimdiensten zur Verfügung stehenden Informationen »die Zeit, den Ort und die Art der Angriffe identifiziert hätten, die für den 11. September 2001 geplant waren.« Anscheinend hatte zumindest ein US-Geheimdienst sehr spezifisches Vorwissen.

Visa- und Watch-List-Verstöße

Unmittelbar nach dem 11. September wurde eine Reihe von Unregelmäßigkeiten in Bezug auf die angeblichen Entführer bekannt. Man erfuhr zum Beispiel, dass Mohamed Atta, der als Anführer angesehen wird, im Jahr 2001 dreimal in die Vereinigten Staaten wiedereinreisen durfte, obwohl er im Jahr 2000 sein Visum hatte auslaufen lassen, die Visumsauflagen verletzte, indem er Flugstunden nahm, Kontakte zu Terroristen hatte und unter FBI-Überwachung stand. Es wurde außerdem berichtet, dass offenbar mehr als 50 Menschen bei der Planung des 11. September beteiligt waren. Diese Tatsachen führten zu der folgenden kritischen Analyse durch Accuracy in Media (AIM):

Trotzdem gingen die Verschwörer unbehelligt vor. Auffallend ist, wie sicher sich diese Leute offenbar fühlten, wie unbedroht durch die Strafverfolgungsbehörden. ... Sie reisten ungehindert aus und ein. Einige waren Berichten zufolge auf der sogenannten "Watch List“. ... Doch dies verursachte ihnen anscheinend keine Probleme.47

Die Kritiker vermuten selbstverständlich, dass etwas anderes als Inkompetenz der Grund für dieses Muster sein könnte.

Die Frage nach der wahren Identität der Entführer

Obwohl dieses Thema streng genommen nicht in dieses Kapitel gehört, möchte ich erklären, warum ich den Ausdruck »Entführer« mit dem Adjektiv »angeblich« qualifiziere. Eine der offenen Fragen zum 11. September ist, ob die Entführungen tatsächlich von den später benannten Männern durchgeführt wurden. Kurz nach den Anschlägen erschienen Berichte in Zeitungen, die darauf hindeuten, dass mindestens fünf der vom FBI als Attentäter identifizierten Männer noch am Leben waren, wobei diese Berichte durch Meldungen über »gestohlene Identitäten« unterstützt wurden.48 Die saudische Botschaft in Washington meldete, so berichte Meyssan, dass Abdulaziz al-Omari (angeblich der Pilot von Flug 11, der in den Nordturm des WTC stürzte), Mohand al-Shehri, Salem al-Hazmi und Saeed al-Ghamdi alle am Leben wären und in Saudi-Arabien wohnten. Meyssan sagte auch, dass ein fünfter angeblicher Entführer, Waleed M. al-Shehri »der arabischsprachigen Tageszeitung al-Quds al-Arabi mit Sitz in London ein Interview gab.«49 Nach einem Bericht untersuchten Ermittler sogar »die Möglichkeit, dass das gesamte Selbstmordkommando aus Hochstaplern.«50 FBI-Direktor Mueller behauptete jedoch später: »Wir kennen mittlerweile eindeutig die 19 verantwortlichen Flugzeugentführer.«51 »Doch viele der Namen und Fotos sind bekanntermaßen falsch«, so Thompson. »Vielleicht kämen peinliche Fakten heraus, wenn wir ihre richtigen Namen wüssten.«52

Ein weiterer Bericht, der in Bezug auf die offizielle Geschichte Verdacht erregt, laut der die Entführer »fundamentalistische« Muslime waren, ist, dass zwischen Mai und August 2001 mehrere der angeblichen Entführer, darunter Mohammed Atta, Berichten zufolge mindestens sechs Reisen nach Las Vegas unternahmen, bei denen sie Alkohol tranken, um Geld spielten und Strip-Clubs besuchten, wo sie ausgesprochen engen Striptease über dem Schoß für sich tanzen ließen.53 Ist dies etwas, was wahre Gläubige tun würden, kurz bevor sie eine Selbstmord-Mission durchführen, um ihrem Schöpfer gegenüberzutreten?

Es gibt auch Gründe für die Vermutung, dass einigen der angeblichen Flugzeugentführer Beweismaterial untergeschoben wurde, um sie mit den Flügen in Verbindung zu bringen. Zum Beispiel fanden Behörden am 11. September zwei von Attas Koffern, die nicht auf Flug 11 geladen werden konnten. Diese Koffer enthielten verschiedene Gegenstände, darunter Handbücher für Boeing-Flugsimulatoren, einen Koran, eine religiöse Kassette, eine Mitteilung an die anderen Entführer über mentale Vorbereitung sowie Attas Testament, Reisepass und internationalen Führerschein. Ein Reporter des New Yorker schrieb später:

Viele der Ermittler glauben, dass einige der ursprünglich gefundenen Anhaltspunkte über die Identitäten und Vorbereitungen der Terroristen, wie z. B. Flughandbücher, dazu bestimmt waren, gefunden zu werden. Ein ehemaliger hochrangiger Geheimdienstmitarbeiter sagte mir: "Welche Spur auch immer hinterlassen wurde, wurde absichtlich hinterlassen – damit das FBI ihr nachgehen konnte."

Um mit Thompson zu fragen: Warum sollte Atta geplant haben, sein Testament »mit in ein Flugzeug nehmen, von dem er wusste, dass es zerstört werden würde?«54 Ebenso verdächtig war die Entdeckung des Reisepasses des angeblichen Entführers Satam al-Suqami ein paar Blocks vom WTC entfernt am Tag nach dem 11. September.55 Eine Zeitung - die darüber nachdachte, dass allgemein, aber irrtümlich berichtet wurde, der Reisepass gehörte Atta – sagte, »die Vorstellung, Attas Pass könnte dem Inferno unbeschädigt entkommen, [überanstrengt] die Leichtgläubigkeit.«56

Diese Berichte lassen vermuten, dass die Wahrheit über das, was am 11. September passierte, vielleicht sogar weiter von der offiziellen Darstellung entfernt ist als die Beweise, die ich in vorigen Kapiteln behandelt habe, nahelegen. Meyssan meint zum Beispiel, »das FBI habe eine Liste von Entführern erfunden, um ein Phantombild der Feinde des Westens zu.«57 Ich werde diese Frage allerdings hier nicht weiter verfolgen.

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Dieses Kapitel liefert offensichtlich zusätzliche Beweise gegen jede Position, die schwächer als die dritte mögliche Ansicht ist, weil dieses Kapitel darauf hinweist, dass mindestens eine US-Behörde – das FBI – spezifisches Vorwissen über den Plan hatte und bewusst Schritte unternahm, um diesen Plan vor einer Aufdeckung zu schützen.

Der ehemalige FBI-Special Agent Tyrone Powers wird von Ahmed wie folgt zitiert: Innerhalb der Nachrichtendienste sind »gelegentlich [schädliche] Handlungen erlaubt, wenn sie in den Köpfen der Entscheidungsträger zu einem "übergeordneten Wohl" beitragen«. Ein FBI-Agent sagte im Interview mit Grigg für The New American: »Da muss noch mehr dran sein, als wir sehen können .... Offensichtlich mussten Leute davon gewusst haben. ... Es ist schrecklich, darüber nachzudenken, aber dies muss als Teil einer anderen Agenda erlaubt worden sein.«58 Die Kritiker der offiziellen Version haben einige Vorschläge, was diese Agenda sein könnte.

© David Ray Griffin
Oliver Bommer (deutsche Übersetzung)