1. Kapitel: Flüge 11 und 175: Wie konnte die Mission der Entführer gelingen?
Das neue Pearl Harbor - Band 1
Beunruhigende Fragen zur Bush-Regierung und zum 11. September
Teil 1: Die Ereignisse des 11. September
1. Kapitel
Flüge 11 und 175: Wie konnte die Mission der Entführer gelingen?
In vielerlei Hinsicht liegen die von den Kritikern der offiziellen Darstellung vorgebrachten Beweise in den tatsächlichen Ereignissen des 11. September selbst. Um 8.46 Uhr schlug ein entführter Passagierjet in den Nordturm des World Trade Center (WTC) ein, ein weiterer um 9.03 Uhr in den Südturm, und um 9.38 Uhr wurde das Pentagon getroffen. In Anbetracht der sonst üblichen Verfahrensweisen für entführte Flugzeuge hätte allerdings kein einziges Flugzeug sein Ziel erreichen dürfen, geschweige denn alle drei. Es ist auch in keiner Weise erklärbar, wie die Angriffe auf New York überhaupt erfolgreich sein konnten, also die WTC-Gebäude zum Einsturz bringen konnten. Ferner gibt es beunruhigende Fragen zu dem dritten Flugzeug - ob es tatsächlich das Flugzeug war, welches das Pentagon traf - und zu einem vierten – ob es tatsächlich das Flugzeug war, das abgeschossen wurde. Nach der Betrachtung all dieser Fragen widme ich mich anschließend dem fragwürdigen Verhalten von Präsident Bush an jenem Tage. Dieses Kapitel befasst sich allerdings ausschließlich mit den Flügen 11 und 175 sowie dem Einsturz des WTC-Komplexes.
American Airlines Flug 11
Das Flugzeug, das zuerst entführt wurde, war Flug American Airlines (AA) 11. Es hob um 7.59 Uhr in Boston ab. Auf eine Anweisung der Bodenkontrolle der FAA (Federal Aviation Administration – Bundesluftfahrtbehörde) zum Aufsteigen hatte es nicht reagiert. Um 8.14 Uhr stellte es den Funkverkehr ein und auch das Transpondersignal wurde deaktiviert, was bedeuten konnte, dass es möglicherweise entführt worden war. Die FAA-Bodenkontrolle verfolgte den Kurs von Flug 11 auf dem Radar und kam um 8.20 Uhr, als das Flugzeug völlig vom Kurs abwich, zu dem Schluss, dass er wahrscheinlich entführt worden war. Um 8.21 Uhr meldeten die Flugbegleiter telefonisch, dass der Flieger definitiv in der Gewalt von Entführern war, die bereits Menschen getötet hatten. Das Passagierflugzeug nahm um 8.28 Uhr Kurs auf New York, und um 8.44 Uhr traf sich US-Verteidigungsminister Rumsfeld im Pentagon mit dem Abgeordneten des Repräsentantenhauses Christopher Cox zu einem Gespräch über Terrorismus.
»Ich kann Ihnen sagen, ich habe schon einiges an Erfahrungen«, wurde Rumsfeld von der Associated Press zitiert, »es wird ein weiteres Ereignis geben. Es wird ein weiteres Ereignis geben.«2 Falls er das tatsächlich gesagt hatte, so sollte er Recht behalten, denn zwei Minuten später – um 8.46 Uhr – krachte Flug 11 in den WTC-Nordturm. Dies geschah 32 Minuten nach dem Hinweis, dass das Flugzeug möglicherweise entführt worden war und 25 Minuten nach der Gewissheit, dass es definitiv entführt worden war.
Skepiker hingegen, die die offizielle Version anzweifeln, gehen davon aus, dass bereits der Versuch, ein Flugzeug in eines der WTC-Gebäude zu steuern, von vornherein zum Scheitern verurteilt gewesen sein musste. Das Hauptproblem besteht darin, dass es für derartige Situationen vordefinierte Standardverfahren gibt. Wären diese befolgt worden, wäre Flug 11 binnen zehn Minuten von Kampfjets abgefangen worden – und dies bereits bei dem geringsten Verdacht, dass hier eine Flugzeugentführung vorliegen könnte. Hätte daraufhin der Pilot die Aufforderung des Kampffliegers, ihm zu einem Flughafen zu folgen, ignoriert, wäre die Passagiermaschine abgeschossen worden. Dies wäre um 8.24, spätestens aber um 8.30 Uhr der Fall gewesen, so dass die Frage, ob man ein Verkehrsflugzeug über dem Herzen New Yorks abschießen müsste, erst gar nicht zu stellen braucht.
Zum Beweis zitieren die Skeptiker die Vorschriften der FAA für Fluglotsen:
Ein Luftnotfall liegt vor, (…) wenn (…) das Radarsignal oder der Funkkontakt mit einem (…) Flugzeug (…) abbricht. (…) Wenn (…) Sie unsicher sind, ob es sich um einen Notfall handelt, dann handeln Sie, als ob es ein Notfall wäre.3
Der Abbruch des Funkkontaktes um 8.14 Uhr hätte schon alleine ausgereicht, dass die Bodenkontrolle Notfallmaßnahmen einleiten würde. Das Ausbleiben des Transpondersignals hätte die Situation doppelt verdächtig erscheinen lassen. Nach dem erfolglosen Versuch, den Funkkontakt wiederherzustellen, hätte die Bodenkontrolle umgehend das National Military Command Center (NMCC) im Pentagon sowie sein North American Aerospace Defense Command (NORAD) benachrichtigen müssen, die unmittelbar darauf vom nächstgelegenen Militärflughafen Abfangjäger aufsteigen lassen. Sobald die FAA auch nur den geringsten Verdacht auf einen Luftnotfall hat, dauert es nach Angaben von NORAD-Pressesprechern »etwa eine Minute, bis wir kontaktiert werden.« NORAD ist überdies in der Lage, innerhalb weniger Minuten eine Staffel Kampfflugzeuge aufsteigen zu lassen, die »in wenigen Minuten jeden beliebigen Punkt innerhalb der Vereinigten Staaten erreichen können.«4 Nafeez Ahmed berichtet, dass »nach Angaben der Internetseite der US Air Force eine F-15 im Schnitt nur 2,5 Minuten benötigt, um nach dem Start eine Höhe von ca. 9.000 m zu erreichen, dabei kann sie mit ca. 3.400 km/h fliegen.«5
Hätte man das Standardverfahren eingeleitet, wäre Flug 11 voraussichtlich um 8.24 Uhr abgefangen worden, sicherlich nicht später als 8.30 Uhr – 16 Minuten früher als der tatsächliche Einschlag in das WTC.
Und selbst wenn der Funkkontakt nicht abgebrochen bzw. das Transpondersignal nicht ausgeblieben wäre, hätte die Feststellung, dass das Flugzeug um 8.20 radikal vom Kurs abwich, die FAA veranlassen müssen, das Militär zu informieren. Zu jedem Flugzeug gehört ein Flugplan, der aus einer Abfolge von geographischen Fixpunkten besteht. Ein MSNBC-Bericht schreibt dazu:
Die Piloten müssen jeden Punkt exakt anfliegen. Weicht ein Flugzeug um 15 Grad bzw. 2 Meilen vom Kurs ab, betätigen die Fluglotsen den Alarmknopf. Sie funken den Flieger an und sagen: "American 11, Sie kommen vom Kurs ab." Dies wird als echter Notfall angesehen.6
Also selbst, wenn die FAA bis 8.20 Uhr gewartet hätte, als das Flugzeug vom Kurs abwich, wäre es gegen 8.30 Uhr, spätestens 8.35 abgefangen worden – immer noch genug Zeit, um den Flug Richtung New York City zu verhindern.
Den Vorgang des Abfangens beschreibt Ahmed mit Zitaten aus dem FAA-Handbuch wie folgt:
Der Abfangjäger positioniert sich ein wenig oberhalb und vor dem abgefangenen Flugzeug, in der Regel linksseitig, und signalisiert mit dem Wippen der Tragflächen die Nachricht: "Sie wurden abgefangen!" Das Flugzeug soll dann ebenfalls mit den Flügeln wippen, was bedeutet, dass es folgen wird. Daraufhin beschreibt der Abfangjäger eine "langsame Wendung, meistens nach links in die gewünschte Richtung." Das Flugzeug hat der Eskorte dann zu folgen7.
Wäre Flug 11 auf diese Weise abgefangen worden, hätte aber nicht reagiert, wäre er nach dem Standardverfahren abgeschossen worden. Mike Snyder, Major des Marinecorps und ein NORAD-Sprecher, bestätigte gegenüber dem Boston Globe, dass »NORAD-Kampfflieger routinemäßig Flugzeuge abfangen« und erklärt:
Für abgefangene Flugzeuge gibt es üblicherweise ein abgestuftes Szenario. Um die Aufmerksamkeit des Piloten auf sich zu ziehen, wackelt der herannahende Kampfjet mit den Flügelspitzen oder er kreuzt den Kurs des Flugzeugs. Wenn das nichts nützt, kann der Kampfpilot Leuchtraketen vor das Flugzeug abfeuern oder, unter bestimmten Umständen, das Flugzeug mit einer Rakete abschießen.8
Die Frage, die Kritiker stellen, ist natürlich, warum dies bei Flug 11 nicht geschah. Warum wurde das Flugzeug nicht einmal abgefangen?
Ein Teil der Verwirrung, betonen die Kritiker, wurde von Vizepräsident Cheney in einem Interview mit »Meet the Press« am 16. September geschaffen, als er sagte, dass »die Frage, ob wir ein Verkehrsflugzeug abfangen oder nicht, und die Frage, ob es abgeschossen wird oder nicht, auf Präsidentenebene entschieden wird.« Diese Aussage, so Kritiker, verwechselt Abfangen und Abschießen. Abfangen ist eine Routineangelegenheit, die über hundert Mal pro Jahr vorkommt.9 Auch der seinerzeit amtierende Vorsitzende der Vereinigten Stabschefs, General Richard Myers,10 verwechselte die beiden Fragen nach Meinung von Kritikern in seiner Zeugenaussage am 13. September gegenüber dem Senate Armed Services Committee (Senatsausschuss für die Streitkräfte ): »Nach dem Anschlag auf den zweiten Turm sprach ich mit General Eberhart, dem Kommandanten von NORAD, General Eberhart. Ich denke, zu diesem Zeitpunkt war die Entscheidung gefallen, Flugzeuge starten zu lassen.«11 Wie bei Cheney impliziert diese Aussage, dass nur dann Kampfjets zum Abfangen von Flugzeugen aufsteigen, wenn dies von höchstrangigen Befehlshabern befohlen wird. Das Abfangen geschieht jedoch seit geraumer Zeit im Rahmen vordefinierter Standardverfahren, selbst wenn der Abschuss eines Flugzeugs, wie Cheney suggerierte, »eine Entscheidung des Präsidenten« wäre.
Selbst wenn einige Ermittler die These, ein entführtes Flugzeug könne nur aufgrund eines Befehls des Präsidenten abgeschossen werden, akzeptiert haben,12 kommt hinzu, vermitteln die militärischen Vorschriften, so Thierry Meyssan, eine völlig andere Sichtweise. Nach diesen Vorschriften
hat die FAA im Falle einer Entführung auf dem schnellsten Wege das NMCC [National Military Command Center] zu benachrichtigen. Mit Ausnahme von Anfragen, die eine sofortige Antwort erfordern, wird das NMCC Anfragen für eine DoD [Department of Defense]-Unterstützung an den Verteidigungsminister zur Genehmigung weiterleiten.13
Entsprechend zieht Meyssan den Schluss, dass aufgrund der Vorschriften die Verantwortung für den Abschuss entführter Flugzeuge »beim Verteidigungsminister« liegt. Die Formulierung »mit Ausnahme …« bedeutet, dass – falls der Verteidigungsminister nicht bzw. nicht rechtzeitig erreicht werden kann, andere Personen innerhalb der Befehlshierarchie die Verantwortung übernehmen. Hierzu zitiert Meyssan aus einem Dokument des Verteidigungsministeriums:
"Anfragen, die eine sofortige Antwort erfordern" können an jede Person innerhalb der Befehlshierarchie gerichtet werden. Derartige Anfragen resultieren aus ernsten Situationen, so dass nur aufgrund des unmittelbaren Eingreifens durch einen Beamten des Verteidigungsministeriums oder einen militärischer Befehlshaber der Verlust von Menschenleben verhindert bzw. menschliches Leid und große Sachschäden auf ein Minimum beschränkt werden können.14
Nach dieser Lesart hätten etliche Personen innerhalb der Befehlshierarchie die Autorität besessen, den »Verlust von Menschenleben« sowie »große Sachschäden« verhindern zu können – wozu es ja kam, als Flug AA 11 den Nordturm des WTC raste.
Man könnte sicherlich argumentieren, dass zu diesem Zeitpunkt niemand wissen konnte, dass das Flugzeug das tun würde. Doch dieses Argument, so Kritiker der offiziellen Version, begründet einerseits nicht, warum Flug 11 nicht wenigstens abgefangen wurde und kann zweitens nicht für den zweiten Passagierjet, der in das WTC rasen sollte, herangezogen werden.
United Airlines Flug 175
United-Airlines-Flug 175 startete in Boston um 8.14 Uhr – also zu dem Zeitpunkt, als die FAA merkte, dass Flug 11 möglicherweise entführte wurde. Um 8.42 Uhr brach der Funkkontakt sowie das Transpondersignal ab und der Passagierjet wich vom Kurs ab. Da die FAA bereits die Gewissheit hatte, dass der vorangegangene Flug definitiv entführt wurde und bereits Richtung New York City flog, wären die FAA-Beamte sicherlich bereit gewesen, sofort das Militär zu kontaktieren. Berichten zufolge wurde NORAD tatsächlich um 8.43 Uhr benachrichtigt,15 so dass es möglich gewesen wäre, dieses Flugzeug bis 8.53 Uhr abzufangen. Zu diesem Zeitpunkt – genau sieben Minuten nachdem der erste entführte Jet in das WTC flog – wären die Kampfjets sicherlich in der Lage gewesen, dieses zweite entführte Passagierflugzeug zu eliminieren, hätte es den Anweisungen nicht sofort Folge geleistet. Doch Flug 175 wurde von keinem Kampfflieger aufgehalten, so dass es um 9.03 Uhr ungehindert in den Südturm des WTC flog.
Ein weiterer besorgniserregender Umstand dieses Vorfalls, vor allem für die Angehörigen der Opfer, besteht laut Berichten in der um 8.55 Uhr ausgestrahlten Durchsage im Südturm, nach der das Gebäude sicher wäre und die Menschen in ihre Büros zurückkehren könnten. Angeblich wurden derartige Durchsagen bis wenige Minuten vor dem Einschlag in das Gebäude veröffentlicht, womit sie möglicherweise zum »Tod von Hunderten von Menschen« beigetragen haben.16 »NORAD erfuhr um 8.43 Uhr, dass Flug 175 entführt worden war und auf New York City zusteuerte. Warum wurden die Menschen in dem Gebäude nicht gewarnt?« so Paul Thomsons wirklich beunruhigende Frage, impliziert sie doch, dass irgendjemand – abgesehen von den Entführern – für eine möglichst große Anzahl an Todesopfern sorgen wollte.
Angesichts der Tatsache, dass dieser Passagierjet das WTC 17 Minuten nach dem ersten Crash getroffen hat, kann keiner der möglichen Gründe, warum beim ersten Flugzeug das Standardverfahren versagte – ob nun unaufmerksame Fluglotsen, Piloten auf Militärbasen, die nicht in voller Alarmbereitschaft waren oder, die Annahme, das abweichende Verhalten des Fliegers könnte nicht bedeuten, dass es entführt worden wäre – erklären, warum Flug 175 nicht abgeschossen oder wenigstens abgefangen wurde. Zu diesem Zeitpunkt waren alle Lotsen des Nordost-Luftverteidigungssektors von NORAD »über ihre Headsets mit der FAA in Boston verbunden, um über Flug 11 informiert zu werden.« NORAD hätte sich also umfassend der Ernsthaftigkeit der Situation bewusst sein müssen.17 Weitaus rätselhafter hingegen ist, warum 35 Minuten später – um 9.38 Uhr – das Pentagon getroffen wurde. Diese Frage des dritten Fluges wird im nächsten Kapitel behandelt. In diesem Kapitel geht es darum, die offizielle Darstellung der ersten beiden Flüge sowie die Erwiderungen der Kritiker zu prüfen.
Warum wurden die Flüge 11 und 175 nicht abgefangen?
Eine der Merkwürdigkeiten der offiziellen Darstellung ist nach Ansicht der Kritiker, dass es mehrere Versionen davon gibt. So erklärte General Myers während seiner oben erwähnten Zeugenaussage vor dem Senatsausschuss für die Streitkräfte am 13. September: »Als uns klar wurde, worin die Bedrohung bestand, ließen wir Kampfflugzeugen aufsteigen.« Auf die Nachfrage, ob dieser Befehl »vor oder nach dem Einschlag in das Pentagon« gegeben wurde, antwortete Myers – damals der amtierende Vorsitzender der Vereinigten Stabschefs – folgendes: »Nach meinem Wissen wurde der Befehl erteilt, nachdem das Pentagon getroffen wurde.«18 Problematisch an dieser Aussage ist, wie die Kritiker betonen, dass die Militärs im NMCC sich im Klaren darüber sein mussten, »worin die Bedrohung bestand«, lange vor dem Einschlag in das Pentagon um 9.38 Uhr. Dies hätte spätestens um 8.46 Uhr klar sein müssen, als das WTC getroffen wurde und ein weiteres entführtes Flugzeug in seine Richtung flog. Ein anderes Problem ist natürlich, dass es für die Beamten von NMCC und NORAD gar nicht erforderlich war, vollständig zu verstehen, »worin die Bedrohung bestand«, um einen Grund zu haben, Kampfjets aufsteigen zu lassen, die Flug 11, Flug 175, sowie jedes außerplanmäßige Flugzeug, das Richtung Washington flog, abgefangen hätten. All diese Eventualitäten sollten durch die vordefinierten Standardverfahren abgedeckt sein.
Diese Version wurde noch von mindestens zwei weiteren Beamten berichtet. NORAD-Sprecher Major Mike Snyder äußerte gegenüber dem Boston Globe am 15. September, dass Kampfjets erst nach dem Anschlag auf das Pentagon aufgestiegen seien. Tim Russert zeigte sich während des weiter oben erwähnten Interviews am 16. September in »Meet the Press« überrascht: obwohl man bereits um 8.20 Uhr von der ersten Entführung wusste, »sieht es so aus, dass wir nicht in der Lage waren, rechtzeitig Kampfjets aufsteigen zu lassen, um das Pentagon zu schützen.« Cheney dementierte diese Aussage nicht.19
Ein Hauptproblem dieser ersten Version der offiziellen Sichtweise besteht nach Ansicht von Skeptikern darin, dass sie beinhaltet, dass das Verhalten der Streitkräfte den Vorschriften völlig zuwiderlief, die das Aufsteigen von Abfangjägern erfordern, sobald eine Entführung offensichtlich ist. Trotz der Aussagen von Myers und Cheney ist kein Befehl von höherer Stelle erforderlich, um Kampfflieger aufsteigen zu lassen. Vielmehr, so die Kritiker, musste von »ganz oben« angeordnet worden sein, gerade keine Abfangjäger starten zu lassen. Die Tatsache des Versagens der Notfallsysteme am 11. September veranlasste Illarion Bykow und Jared Israel zu folgendem Kommentar in Bezug auf die Notfallsysteme: »Dies kann nur passieren, wenn hochrangige Verantwortliche Hand in Hand zusammenarbeiten, um sie versagen zu lassen.«20
Binnen weniger Tage behauptete dann NORAD, es wären doch Kampfflugzeuge gestartet, aber zu spät gekommen.21 Kritikern erscheint diese zweite Version fast so seltsam wie die erste.
Nach dieser Sichtweise hatte die FAA NORAD nicht vor 8.40 Uhr über die Entführung von Flug 11 benachrichtigt – also erst 26 Minuten, nachdem Funkkontakt und Transpondersignal abbrachen und 20 Minuten nachdem das Flugzeug vom Kurs abkam. Dazu bemerken Allan Wood und Paul Thompson:
Ist die Behauptung von NORAD glaubhaft? Falls ja, sollten die verantwortlichen Fluglotsen gefeuert und auf strafbare Handlungen untersucht werden. Bis heute jedoch gibt es keinen Hinweis darauf, dass auch nur eine Person disziplinarisch belangt wurde. Ist die Behauptung falsch und NORAD wurde tatsächlich rechtzeitig von der FAA informiert, so bedeutet dies, dass NORAD fast dreißig Minuten lang nichts unternommen hat, als ein entführter Passagierjet vom Kurs abwich, und dies in einem der dichtesten Lufträume der Welt. Dies würde sicher einige sehr schwere Anschuldigungen rechtfertigen. Doch wurde wie gesagt niemand in Verbindung zu NORAD und FAA bestraft.22
Das Ausbleiben jeglicher Disziplinarmaßnahmen bedeutet entweder, dass diese Version der Geschichte falsch ist oder dass die Beteiligten bei FAA bzw. NORAD ihren Anweisungen folgten.
Es ist noch einiges mehr an dieser Darstellung ungewöhnlich. Legt man sie zugrunde, gab NORAD den Aufsteigebefehl nicht vor 8.46 Uhr, also sechs Minuten, nachdem es über die Entführung informiert wurde. Nicht nachvollziehbar ist, warum NORAD diesen Befehl nicht der nur ca. 110 km von New York entfernten McGuire-Luftwaffenbasis in New Jersey erteilte, sondern der über 290 km entfernt liegenden Otis-Luftwaffenbasis der Nationalgarde in Cape Cod.
Soweit es Flug 11 betrifft, spielte das auch keine Rolle mehr, weil 8.46 Uhr ja der Zeitpunkt war, als Flug 11 in das WTC krachte.
Mittlerweile berichtet NORAD, dass es um 8.43 Uhr von der FAA über die Entführung von Flug 175 informiert wurde, so dass die beiden F-15-Jäger, die um 8.46 Uhr den Befehl zum Starten erhalten hatten, stattdessen zu diesem Flug umdirigiert wurden. Aus unerfindlichen Gründen sollen die Jagdmaschinen aber erst 6 Minuten später – um 8.52 Uhr – abgehoben sein.
Der vielleicht seltsamste Aspekt dieser Geschichte liegt nach der Ansicht von Kritikern darin, dass sie unmöglich erklären kann, warum – selbst bei all diesen Verzögerungen – die Kampfjets nicht rechtzeitig eintrafen, um den zweiten Anschlag auf das WTC zu verhindern. Um 8.52 Uhr waren es noch elf ganze Minuten, bis Flug 175 um 9.03 Uhr den zweiten Turm traf. Lieutenant Colonel Timothy Duffy, der einer der F-15-Piloten gewesen sein soll, wurde so zitiert, er wäre »die gesamte Strecke mit Höchstgeschwindigkeit geflogen«, was bedeutet, dass er schneller als 34750 km/h geflogen wäre.23 Bei dieser Geschwindigkeit legt eine F-15 mehr als 50 km pro Minute zurück. Nimmt man also die üblichen 2,5 Minuten an, um zu starten und auf Höchstgeschwindigkeit zu kommen, hätten die Flugzeuge Manhattan binnen acht Minuten erreichen müssen, so dass sie volle drei Minuten Zeit gehabt hätten, das verirrte Verkehrsflugzeug abzuschießen. Und doch waren nach dieser zweiten Version der offiziellen Darstellung die F-15 noch 110 Kilometer entfernt, als Flug 175 in den Südturm einschlug.24 Um die Stadt zu erreichen, brauchten sie laut dem NORAD-Zeitablauf 19 Minuten. Selbst wenn die Geschichte mit den Otis-Jets stimmen sollte, hätten sie mit erheblich geringerer Geschwindigkeit fliegen müssen – wenn man vom NORAD-Zeitablauf ausgeht, eher etwa 1100 km/h.25
Selbst unter der Prämisse, dass die Zeitangaben entsprechend angepasst wurden, um erklären zu können, warum die Abfangjäger zu spät eintrafen, steht weiterhin die Frage im Raum, warum der Startbefehl nicht an die McGuire-Luftwaffenbasis weitergeleitet wurde. Wie Ahmed ausführte, kann eine F-15 mit 3470 km/h »die Strecke von der Luftwaffenbasis in New Jersey nach New York in weniger als drei Minuten zurücklegen, so dass es ein Leichtes gewesen wäre, Flug 175 abzufangen.«26 Daraus ziehen die Kritiker den Schluss, dass, selbst wenn man diese zweite Version als glaubwürdig erachtet, der zweite Turm des WTC nicht hätte getroffen werden dürfen.
Letztlich bleibt die Behauptung, dass Kampfjets gestartet wurden, um das zweite entführte Passagierflugzeug abzufangen, immer noch eine Erklärung dafür schuldig, warum nicht bereits im Falle des ersten Flugzeugs das Standardverfahren zur Anwendung kam. Wenn man dieser zweiten Version Glauben schenkt, bleibt die Verwunderung darüber, weshalb General Myers, Vizepräsident Cheney und der NORAD-Sprecher zunächst annehmen konnten, es wären überhaupt keine Abfangjäger aufgestiegen, bis das Pentagon getroffen wurde.
Dementsprechend denken einige Kritiker, darunter manche mit militärischer Erfahrung, dass die zweite Version erfunden wurde. Stan Goff, ein ehemaliger Hauptfeldwebel, der in West Point Militärwissenschaft lehrte, schlussfolgert beispielsweise, dass keine Kampfflugzeuge aufstiegen bis zum Anschlag auf das Pentagon.27 Und Andreas von Bülow, ehemaliger Staatssekretär im deutschen Verteidigungsministerium konstatierte: »Für 60 entscheidende Minuten ließen das Militär und die Geheimdienste die Kampfjäger am Boden.«28
Beide Möglichkeiten der offiziellen Erklärung sollten die erfolgreichen Angriffe auf das WTC unmöglich erscheinen lassen. Auch Anatoli Kornukov, der Oberbefehlshaber der russischen Luftstreitkräfte, teilte diese Ansicht einen Tag nach dem 11. September: »Generell ist es unmöglich, einen Terrorakt nach dem gestern in den USA stattgefundenen Szenario durchzuführen. Sobald so etwas hier geschieht, erhalte ich darüber sofort Mitteilung und in einer Minute sind wir alle oben.«29 Dies veranlasste Ahmed zu dem Kommentar, dass »es wohlbekannt ist, dass die US-Luftwaffe der russischen weit überlegen ist« und fügte hinzu, dass sich daraus einige angemessene Schlüsse ziehen lassen – vor allem, dass die Angriffe auf das WTC nur deshalb Erfolg hatten, weil die Standardverfahren außer Kraft gesetzt wurden.
Die Standardprozeduren (Standard Operating Procedures, SOP) haben am 11. September komplett und unerklärlich versagt – etwas, das niemals zuvor geschehen war. Weiterhin bleibt die Frage, wer dafür verantwortlich ist, dass die Notfallmaßnahmen nicht eingehalten wurden.30
Bykow und Israel lassen wenig Zweifel daran, wer das gewesen sein könnte:
Das Sabotieren der Schutzroutinen, von strikten Hierarchien kontrolliert, wäre ohne eine Beteiligung des obersten US-Militärkommandos niemals in Erwägung gezogen worden, geschweige denn geschehen. Dies betrifft mindestens US-Präsident George Bush, US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld sowie den damaligen amtierenden Leiter der Joint Chiefs of Staff, Luftwaffengeneral Richard B. Myers.31 Dies ist in der Tat die Frage, der man sich stellen muss: konnte das Vorhaben, Passagierjets zu kapern und in das WTC zu steuern, ohne von Bush, Rumsfeld und Myers initiierte "stand down"-Befehle erfolgreich sein?
Wie die von Kritikern der offiziellen Erklärung in Bezug auf Flug 11 und Flug 175 getroffenen Schlussfolgerungen zeigen, wirft diese Sichtweise beunruhigende Fragen auf.32 Weitere Fragen dieser Art kommen durch den Einsturz der Gebäude des World Trade Center hinzu.33
Der Einsturz der WTC-Gebäude
Nach der offiziellen Darstellung stürzten der Nord- und Südturm (die Zwillingstürme) aufgrund des Einschlags der Flugzeuge und der enormen Hitze der dadurch ausgelösten Feuer in sich zusammen. Ich nenne dies die »offizielle Darstellung«, füge aber hinzu, dass dies nicht bedeutet, sie wäre von einer offiziellen Stelle bestätigt worden. Mit der Untersuchung des Einsturzes wurde die Federal Emergency Management Agency (FEMA, Bundesbehörde für Notfallmanagement) beauftragt, doch als sie im Mai 2002 ihren Abschlussbericht vorlegte, erklärte sie, dass »die Abfolge der Ereignisse, die zum Zusammenbruch der beiden Türme geführt hat, nicht endgültig festgestellt werden kann.«34 Dennoch enthielt der FEMA-Bericht lauter Spekulationen, die dazu dienten, die offizielle Theorie zu unterstützen.
Diese Theorie wird von denjenigen, die mit den Fakten vertraut sind, weitgehend abgelehnt. Bereits im Januar 2002 erschien ein Artikel von Bill Manning mit dem Titel »$elling Out the Investigation« (Ausverkauf der Untersuchung) in Fire Engineering, einer Fachzeitschrift, die Verbindungen zur New Yorker Feuerwehr unterhält. Darin skizziert Manning, dass eine wachsende Zahl von Brandschutzingenieuren die Ansicht vertritt, dass »die strukturellen Schäden der Flugzeugeinschläge sowie die explosionsartige Entzündung des Kerosins nicht ausreichen konnten, um den Kollaps der Türme herbeizuführen.«35 Zwischenzeitlich wurden viele weitere Einwände gegen die offizielle Darstellung erhoben. Einige dieser Einwände befassen sich mit der speziellen Problematik des Einsturzes eines dritten Gebäudes des WTC-Komplexes, welches als WTC 7 bekannt ist.
Um diese Einwände beurteilen zu können, müssen einige Tatsachen überprüft werden. Der Nordturm (WTC 1) wurde um 8.46 Uhr getroffen, um 10.28 Uhr, also eine Stunde und 42 Minuten danach, fiel er in sich zusammen. Um 9.03 Uhr wurde der Südturm (WTC 2) getroffen und kollabierte um 9.59 Uhr, 56 Minuten später. Das zwei Blöcke entfernte Gebäude Nr. 7 (WTC 7), das nicht angegriffen wurde, brach um 17.20 Uhr in sich zusammen. Hier stellen sich sofort zwei Fragen: Wie konnte der Südturm, der 17 Minuten nach dem Nordturm getroffen wurde, dennoch 29 Minuten früher einstürzen? Und wieso kollabierte WTC 7 überhaupt, wenn es von keinem Flugzeug getroffen wurde? Weitere Details über den Zusammenbruch dieser drei Gebäude führen zu weiteren Fragen. Ich widme mich zunächst den Fragen bezüglich der beiden Türme und komme danach zu WTC 7.
Die Zwillingstürme: eine Darstellung, die durch eine NOVA-Sendung kurz nach dem 11. September bekannt wurde, erklärte, dass die Türme einstürzten, weil die Hitze der kerosingespeisten Feuer die tragenden Stahlsäulen der Gebäude geschmolzen hätte.36 Allerdings ist es mittlerweile allgemein anerkannt, dass die Brände dafür auch nicht annähernd heiß genug waren. Um Stahl zu schmelzen, ist eine Temperatur von etwa 1538 °C vonnöten, die nur von einigen speziellen Geräten wie einem Sauerstoff-Acetylen-Schneidbrenner erreicht werden kann. Ein Kohlenwasserstoffbrand, der zum Beispiel auf raffiniertem Kerosin - also Flugzeugtreibstoff - basiert, erreicht nicht annähernd diese Temperatur. Laut Thomas Eagar, Professor für Material- und Systemingenieurwissenschaft am MIT (Massachusetts Institute of Technology) liegt die maximal mögliche Temperatur eines kohlenwasserstoffgespeisten, offenen Feuers zwischen 870 °C und 925 °C. Darüber hinaus wurden die WTC-Feuer überwiegend von Flugzeugtreibstoff gespeist, weshalb sie viel schwarzen Rauch emittierten, und waren für einen Kohlenwasserstoffbrand auch nicht sonderlich heiß, wahrscheinlich lediglich zwischen 650 °C und 700 °C.37
Wie die Schmelztheorie beispielhaft zeigt, sind einige der weithin akzeptierten Erklärungen des Zusammenbruchs der Türme wissenschaftlich unhaltbar. Andere Theorien sind mangelhaft, weil sie spezifische Fakten über die Gebäude und die Art der Einstürze nicht berücksichtigen. Vor der Prüfung weiterer Theorien sollten wir uns also die Fakten genauer anschauen.
Beide Türme waren etwa 400 m hoch. Zur Stabilisierung dieser extrem hohen Gebäude waren 47 Stahlsäulen im zentralen Kern der einzelnen Gebäude sowie 240 Stahlsäulen rund um die Außenwand verbaut, wobei jede Säule am unteren Ende viel dicker war als an der Spitze. Die Säulen der Außenwand waren durch Stahlträger in den Betonböden mit dem Kern verbunden. Obwohl viel über angeblich »schwache Träger«38 fabuliert wurde, zitierte Scientific American den Ingenieur Robert McNamara mit den Worten: »Heutzutage bauen sie nicht mehr so robust wie seinerzeit das World Trade Center.« Insbesondere zu den Stahlträgern heißt es im FEMA-Bericht: »Das Etagen-Rahmensystem für beide Türme war wesentlich komplexer und redundanter ausgeführt als typische Etagen-Rahmensystem.«39 Analysen von geborgenem Stahl ergaben darüber hinaus, dass er bei weitem nicht defekt war, sondern die Anforderungen an die Norm erfüllte oder sogar übertraf.40
Angesichts dieser Sachlage können wir eine weitere, sehr verbreitete These verwerden, nämlich, dass die Flugzeugeinschläge die Türme erheblich geschwächt hätten. Laut Thomas Eagar fielen die Einschläge der Flugzeuge nicht ins Gewicht, denn »es gingen beim ersten Aufprall nicht viele Säulen verloren, die Traglast wurde aufgrund der hochredundanten Rahmenstruktur auf die verbleibenden Säulen verteilt.«41 »Innerhalb von Sekunden nach dem Flugzeugaufprall«, weist Eric Hufschmid hin, »war der Nordturm sicher, stabil und bewegungslos.«42
Die Unterstützer der offiziellen Darstellung, wie auch Eagar selbst, argumentieren in der Regel, dass die Einstürze nur durch die Hitze der Brände zu erklären sind. Dazu Eagar: »Der eigentliche Schaden im World Trade Center ist auf die Größe des Feuers zurückzuführen.« Weil der verwendete Stahl in der Lage war, das fünffache Gebäudegewicht zu tragen, könne der Stahl nach Eagar nur deshalb versagt haben, weil er bis zu dem Punkt erhitzt wurde, an dem er »80 % seiner Tragkraft eingebüßt hatte«, was etwa 700 °C wären.43 Die Glaubwürdigkeit der offiziellen Theorie hängt zum Teil davon ab, ob sich in den Türmen die dafür erforderlichen Brände entwickeln konnten.
Zur Beurteilung dieser Frage müssen wir, wie Eagar selbst betont, den Unterschied zwischen Temperatur und Wärme (bzw. Energie) kennen.44 Ein brennendes Streichholz etwa oder eine Glühbirne kann eine hohe Temperatur erreichen, erzeugt aber nur wenig Wärmeenergie, weil sie so klein sind. Das brennende Streichholz könnte niemals einen Stahlträger auf die eigene Verbrennungstemperatur erhitzen. Ein Feuer mit einer Temperatur von 700 °C würde einen riesigen Stahlträger nur dann auf diese Temperatur erhitzen können, wenn es entsprechend groß ist und viel Energie enthält.
Eine weitere Bedingung kommt hinzu: das große Feuer muss für einen längeren Zeitraum auf den Stahlträger einwirken.
Wenn die offizielle These glaubwürdig sein soll, hätten die Brände in den Türmen recht heiß sein müssen. Das Feuer hätte sich großflächig über den jeweiligen Turm ausbreiten und entsprechend lange genug brennen müssen. Alle verfügbaren Beweise deuten jedoch darauf hin, dass eher das Gegenteil der Fall war. Ein höchst wertvolles Buch zur Überprüfung dieser Beweise ist Painful Questions (Quälende Fragen) von Eric Hufschmid,45 welches die besten verfügbaren Fotos enthält.
Die Zwillingstürme sind allgemein als »gewaltige Infernos« bezeichnet worden. Aus menschlicher Sicht war dies eine exakte Beschreibung des Nordturms, aus dem viele Menschen in den Tod sprangen, um dem Rauch und dem drohenden Flammentod in den Stockwerken oberhalb des 96. Stocks, dem Einschlagsort des Flugzeugs, zu entgehen. Dennoch gibt es einen großen Unterschied zwischen der Hitzetoleranz des menschlichen Körpers und der von Stahl. Fotos des Nordturms liefern keine Belege für ein Feuer, das den tragenden Stahl erheblich geschwächt haben könnte. Ein innerhalb von 16 Minuten gemachtes Foto, also als der Südturm noch nicht getroffen war, zeigt lediglich ein dunkles Loch, aus dem schwarzer Rauch strömt, es sind keine Flammen zu sehen. Hufschmid konstatiert: »Das Fehlen von Flammen ist ein Indiz für kleine Brände, der dunkle Rauch deutet darauf hin, dass die Feuer zu ersticken drohten.«46 Ein weiteres Foto, unmittelbar nach dem Einschlag in den Südturm und aus einem anderen Winkel, zeigt einige Flammen in den Etagen direkt über der Kollisionszone, aber keine weiteren. Wie groß die Flammen auch in den ersten Minuten waren, als sie kerosingespeist waren, war dieses Hochhaus 16 Minuten später kein gewaltiges Inferno.47
Natürlich haben wir alle die Bilder von einem riesigen Feuerball außerhalb des Südturm gesehen.48 Es gab auch einen solchen Feuerball, nachdem der Nordturm getroffen wurde.49 Diese Feuerbälle entstanden durch das sich sofort entzündende Flugbenzin. Der Feuerball des Südturms war weitaus voluminöser, weil er nah an einer Gebäudeecke getroffen wurde, wodurch wesentlich mehr Kerosin außerhalb des Gebäudes austreten konnte. Diese Feuerbälle erzeugten eine große Hitze, aber nur kurz, weil der Treibstoff sehr schnell verbrannte.50 Dass der Feuerball beim Südturm größer war, bedeutet aber nicht, dass auch das Feuer größer war. Im Gegenteil blieb, weil innerhalb kurzer Zeit viel Kerosin verbrannte, nicht mehr allzu viel übrig, um ein entsprechendes Feuer im Innern des Gebäudes zu entfachen. Hufschmid berichtet: »Anhand der Fotos zeigt sich, dass die spektakulären Flammen schnell erloschen. Das Feuer blieb auf einen bestimmten Bereich des Turmes beschränkt und wurde langsam schwächer.«51
Die Fakten über das Feuer schließen daher jegliche Version der offiziellen Darstellung aus, nach der in jedem Turm heiße, weitverbreitete und langlebige Brände loderten. Sofern überhaupt von heißen Feuern gesprochen werden kann, waren sie lokal begrenzt und von kurzer Dauer. Selbst wenn die Feuer eine Temperatur von etwa 700 °C erreicht haben sollten, hätten sie, wenn überhaupt, nur einen sehr kleinen Teil des Stahls auf diese Temperatur erhitzen können.52
Ein weiteres Argument gegen die Feuertheorie besteht darin, dass, selbst wenn die Zwillingstürme von tosenden Feuern umhüllt worden wären, sie dennoch nicht einstürzen würden. Vor den angeblichen Ausnahmen des 11. September war noch niemals ein Stahlrahmengebäude nur aufgrund eines Feuers eingestürzt. Die FEMA berichtete 1991 über einen damaligen Brand in einem Gebäude in Philadelphia, dass sich »Schienen und Träger bogen und verformten«, aber »trotz dieser außergewöhnlichen Belastung trugen die Stahlsäulen weiterhin das Gewicht ohne erkennbare Schäden.«53
Verfechter der Feuertheorie verweisen allerdings auf besondere Eigenschaften der Zwillingstürme. Sie argumentieren, dass aufgrund dieser Eigenschaften es nicht notwendig war, dass das Feuer den kompletten Stahl durchgängig in allen Stockwerken erhitzte. Laut Thomas Eagar reicht bereits ein ausreichend heißes Feuer auf einer Etage aus. Die Übeltäter sollen die Aufhängungen gewesen sein, die »die tragenden Deckenbalken zwischen den Säulen der Außenwand und dem Gebäudekern hielten« und nach Eagars Meinung nicht dafür konzipiert waren, das Fünffache des normalen Gewichtes zu tragen.54 Er spricht deutlich aus, was die Kritiker als die »Reißverschluss«-Variante der Träger-Theorie bezeichnen: »Sobald die Aufhängungen in einem bestimmten Bereich versagen, wird zusätzliche Last auf die benachbarten Aufhängungen verlagert, so dass rund um das Gebäude innerhalb weniger Sekunden eine Kettenreaktion ausgelöst wurde.«55 Und weiter:
Weil die Deckenträger auf einem oder zwei der am stärksten brennenden Stockwerke nachgaben und die Außensäulen sich langsam nach außen bogen, gaben die Stockwerke darüber ebenfalls nach und stürzten aufeinander. Das untere Stockwerk – ausgelegt für 1300 Tonnen Gewicht – konnte die rund 45.000 Tonnen der zehn (oder mehr) oberen Stockwerke, die auf die Aufhängungen krachten, nicht tragen. Dies hatte den Dominoeffekt zu Folge, der ursächlich dafür war, dass das Gebäude innerhalb von zehn Sekunden einstürzte.56
Eine ähnliche Theorie unterstützte auch der FEMA-Bericht, der von einem »pfannkuchenartigen Zusammenbruch aufeinanderfolgender Stockwerke« sprach. 57
Diese Erklärung wirft jedoch vielfältige Probleme auf. Erstens scheint selbst diese bescheidenere Annahme bezüglich des Stahls, der sehr heiß geworden sein muss, mehr Hitze zu erfordern als vorhanden war, vor allem in Bezug auf den Südturm.
Zweitens betont Hufschmid: »Damit ein Stockwerk überhaupt fallen kann, müssen Hunderte von Verbindungsstücken bei 236 Außensäulen und 47 Kernsäulen nahezu gleichzeitig brechen.«58
Drittens nimmt Eagar an, dass seine Theorie der Tatsache entsprechen kann, dass die Türme »innerhalb von zehn Sekunden« kollabierten. Bei einem etwa 400 m hohen Gebäude entsprechen zehn Sekunden aber fast der Frei-Fall-Geschwindigkeit. Selbst wenn jedes Stockwerk nur ein wenig Widerstand leistet, so dass das Durchbrechen jedes einzelnen Stockwerks eine halbe Sekunde dauert, hätte der Einsturz sämtlicher 80 bzw. 95 Stockwerke 40 bis 47 Sekunden dauern müssen. Kann man wirklich davon überzeugt sein, dass der untere Gebäudeteil dem oberen so gut wie keinen Widerstand entgegensetzte?59 Beim Nordturm wäre das Problem noch gravierender, zumindest wenn Hufschmid richtig damit liegt, dass er innerhalb von acht Sekunden vollständig einstürzte, was exakt der Geschwindigkeit im freien Fall entspricht. »Wie«, so fragt er, »war es möglich, dass die Trümmer 100 Stahl- und Betonböden zerschmetterten, während sie so schnell herunterfielen wie Gegenstände in der Luft?«60
Viertens kann Eagars Theorie, wie auch alle anderen Varianten der offiziellen Sichtweise, nicht dem Umstand Rechnung tragen, dass der Kollaps beider Türme vollständig war, dass ein Trümmerhaufen entstand, der nach Eagars Worten »nur einige Stockwerke hoch war.«61 Würde man großzügigerweise einräumen, dass Eagars Theorie erklärt, weshalb die Stockwerke und äußeren Säulen einstürzten, so kann sie, wie Peter Meyer argumentiert, nicht den Zusammenbruch des massiven Stahlsäulen im Gebäudekern erklären:
Warum sind die unteren Teile der massiven tragenden Stahlsäulen nach dem Zusammenbruch nicht stehen geblieben? Sollte die offizielle Erklärung stimmen, dass der Schaden durch die Einschläge und Brände verursacht wurde, die es ja nur in oberen Etagen gab, und dass die Stockwerke dann nach dem Pfannkuchenprinzip durchsackten, könnte man erwarten, dass die massiven Stahlsäulen im zentralen Kern wenigstens im Bereich der ersten zwanzig oder dreißig Etagen stehen geblieben wären.62
Eine weitere, bereits zu Beginn erwähnte Tatsache bezüglich des Einsturzes der Türme spricht gegen die Feuertheorie – und zwar, dass der Südturm zuerst kollabierte. Wie schon festgestellt wurde, bräuchte Feuer relativ lange, um Stahl bis zu seiner eigenen Temperatur zu erhitzen. Unter ansonsten gleichen Bedingungen hätte der Turm, der zuerst getroffen wurde, auch zuerst einstürzen müssen. Und doch, obwohl der Südturm 17 Minuten später als der Nordturm getroffen wurde, brach er 29 Minuten früher in sich zusammen. Diese überraschende Tatsache wäre vielleicht kein Problem, wenn das Feuer im Südturm weitaus größer wäre. Wie wir gesehen haben, fiel das Feuer im Südturm jedoch tatsächlich wesentlich kleiner aus. Würde man gesagt bekommen, dass ein Turm bis zum Einsturz fast doppelt so lange brauchte wie der andere, wäre die Schlussfolgerung logisch, dass dies die Südturm gewesen wäre. Doch genau das Gegenteil war eingetroffen. Diese völlig andere Abfolge der Geschehnisse als erwartet bedeutet offenkundig, das für den Kollaps dieser Gebäude etwas anderes als das Feuer verantwortlich war.63
Genau dies propagieren die Kritiker. Nach der von ihnen präsentierten alternativen Begründung ist der Zusammenbruch beispielhaft für eine kontrollierte Sprengung mit Hilfe von Sprengladungen, die im gesamten Gebäude platziert wurden. Die Anhänger dieser Theorie weisen darauf hin, dass sie sämtliche vorher genannten Fakten schlüssig erklärt. Die Frage, warum der Einsturz vollständig und derart rapide stattfand, beantwortet Meyer damit, dass
es verständlich ist, wenn die Fundamente der Stahlsäulen im Untergrund durch Explosionen zerstört wurden. Durch die zerstörten Fundamente und die Sprengung der tragenden Stahlsäulen auf verschiedenen Ebenen der Zwillingstürme verloren die oberen Stockwerke jegliche Tragfähigkeit, so dass die oberen Stockwerke in etwa zehn Sekunden bis unten kollabierten.64
Die Annahme einer kontrollierten Sprengung kann auch in Verbindung mit der Tatsache, dass der Südturm nahe der Gebäudekante getroffen wurde, die sonst völlig verblüffende Reihenfolge erklären, in der die beiden Türme kollabiert sind.
In beiden Fällen waren die Feuer in den Gebäuden nach einer Weile abgeklungen, so dass nur noch schwarzer rußiger Rauch aufstieg. Falls die Zwillingstürme absichtlich zerstört wurden und man die Absicht hatte, dafür die Feuer verantwortlich zu machen … wäre der letzte Zeitpunkt, an dem man die Türme kollabieren lassen konnte, genau dann, als die Brände zu erlöschen drohten. Da das Feuer im Südturm weniger Kraftstoff zur Verfügung hatte und daher nicht so lange brennen konnte, mussten die für die Sprengung Verantwortlichen zunächst den Südturm zerstören, bevor sie den Nordturm kollabieren ließen.65
Darüber hinaus gibt es weitere Fakten zum Einsturz der beiden Türme, die sich wohl nur anhand der Sprengungstheorie erklären lassen. Eines davon ist, dass jeder Einsturz große Mengen feinen Staubes oder Pulvers hinterließ. Analysen ergaben, dass es sich hierbei primär um Gips und Beton handelte.66 Jeff King, der die offizielle Darstellung in Anbetracht der Videos analysierte, sagte dazu:
Das größte und offensichtlichste Problem besteht meines Erachtens in der enormen Menge sehr feinen Staubes, der während des Zusammenbruchs erzeugt wurde. Woher stammt die nötige Energie, um all diesen Stahlbeton zu pulverisieren?67
Hufschmid ergänzt, dass Fotos der Trümmer nur »einige kleine Stücke Beton« zeigen, was bedeutet, dass »praktisch jedes Stück Beton pulverisiert wurde.« Insgesamt »wurden vielleicht 100.000 Tonnen Beton in jedem Turm zu Pulver zermahlen. Dies erfordert eine große Menge Energie.«68 Laut King ist besonders problematisch, dass, wie er sagt,
bereits mit dem Beginn des Einsturzes an der Gebäudespitze große Mengen feinen Betonstaubes austraten. Da die Beschleunigung durch die Schwerkraft maximal 9,8 Meter pro Sekunde beträgt, hätten sich die Emissionen anfangs recht langsam bewegen müssen. Ein physikalischer Vorgang, der mit Stahlbetonplatten, die mit ca. 32 oder 48 km/h ) aufeinanderprallen, riesige Mengen Staub erzeugt, sprengt jedes Vorstellungsvermögen.69
Betonplatten zerfallen sogar dann nicht zu Staub, wenn sie im freien Fall auf dem Boden aufschlagen, so Hufschmid: »Um Beton zu Staub zu verwandeln, müssen Sprengstoffe verwendet werden.«70
Die Verwendung von Sprengstoff wird, wie Kings zweite Stellungnahme andeutet, möglicherweise durch ein weiteres Detail des Kollapses offensichtlich: als die Türme einstürzten, fielen sie nicht gerade nach unten, wie die Pfannkuchentheorie impliziert. Sie explodierten. Der Staub wurde mit solcher Wucht ausgestoßen, dass die Gebäude von riesigen Staubwolken umgeben waren, die vielleicht dreimal breiter als die Türme selbst waren. Die Fotos in Hufschmids Buch sind besonders aufschlussreich, um diese beeindruckende und wichtige Tatsache zu begreifen. Was außer Sprengstoff wäre sonst in der Lage, Beton zu pulverisieren und den Staub mehr als 45 m auszustoßen? Falls man vermutet, dass der Staub einfach austrat, muss berücksichtigt werden, dass, wie einige Fotos zeigen, auch relativ große Bruchstücke der Türme etwa 45 m und weiter weggeschleudert worden sind.72
Ein weiteres spektakuläres Merkmal würde noch mehr Energie erfordern. Außer dem Staub bestand der Schutt, wie zu erwarten war, aus Stahl, allerdings waren von ihm nur noch kurze Stücke übriggeblieben: »Nahezu jedes Stahlelement beider Türme brach an den Verbindungsstellen.«73
Die These der kontrollierten Sprengung wird dahingehend untermauert, dass viele Augenzeugen, darunter auch Feuerwehrmänner, berichteten, dass sie – sowohl in den mittleren Stockwerken als auch in den Kellergeschossen der Türme – Explosionen hörten oder sahen oder auch Auswirkungen der Explosionen beobachteten.74
Weitere Indizien stellen seismische Aufzeichnungen eines mäßig starken Erdbebens dar, als die Türme einstürzten. Die Seismographen des Lamont Doherty-Bodenobservatoriums der Columbia-Universität in Palisades, New York, 33 km nördlich des WTC, registrierten ein Erdbeben der Stärke 2,1, das um 9.59.04 Uhr begann und ein weiteres der Stärke 2,3 um 10.28.31 Uhr.75 In beiden Fällen »erreichten die Erschütterungen während der ersten fünf Sekunden ihr höchstes Niveau, wurden dann abrupt schwächer und liefen dann langsam aus.« Dieses Muster spiegelt nach Hufschmids Ansicht die Tatsache wider, dass zuerst die Sprengladungen nahe der Turmspitzen detonierten, wo die Stahlsäulen den geringsten Durchmesser hatten. Die Erschütterungen wurden stärker, als sich die Detonationsmuster computergesteuert ihren Weg nach unten bahnten.
Die letzten Explosionen im Fundament und im Keller der Türme mussten Säulenverankerungen aus 100 mm starkem Stahl zerstören, hierfür waren die stärksten Sprengladungen erforderlich. Die Seismographen schlugen am stärksten beim Höhepunkt der Erschütterungen aus, als die Sprengladungen im Keller gezündet wurden. Danach gab es keine Explosionen mehr, für wenige Sekunden fielen die Trümmer, was sich in kleinen seismischen Zittern äußerte.76
Die Sprengtheorie wird zusätzlich durch Berichte über flüssigen Stahl im Bereich der Kellergeschosse unterstützt. Mark Loizeaux, Präsident von Controlled Demolition, Inc. (in Phoenix, Maryland), der die Aufräumarbeiten koordiniert hatte, wurde dahingehend zitiert, dass der Aufräumtrupp in der dritten bis fünften Woche »sehr heiße Stellen mit flüssigem Stahl gefunden hat, am Grund der Aufzugschächte der Haupttürme im siebten Kellergeschoss.«77
Abgesehen davon, dass die Sprengtheorie die ausführlich gemeldeten, noch wochenlang qualmenden 'Hot Spots', die noch wochenlang glimmten,78 erklären kann, ist sie auch die Lösung schlechthin für die sonst unerklärliche Tatsache, dass die Trümmer der Türme, vorrangig der Stahl, so schnell wie möglich weggeschafft wurden, bevor überhaupt forensische Untersuchungen vorgenommen werden konnten. Darüber beklagte sich die New York Times: »Die Entscheidung, die Stahlträger und -säulen sowie weitere tragende Elemente des WTC unmittelbar nach dem 11. September zu recyclen, bedeutet, dass vielleicht niemals abschließende Antworten gefunden werden können.« In der Woche darauf forderte der bereits erwähnte Artikel im Fire Engineering auf: »Die Vernichtung und Beseitigung von Beweismaterial müssen sofort gestoppt werden.«79 Dennoch lief sie auf Hochtouren weiter.80 Meyer analysierte die mögliche Relevanz dieses Umstandes und verwies darauf, dass
eine Möglichkeit zu beweisen, dass die tragenden Säulen der Zwillingstürme durch Sprengstoff zerstört wurden, eine Untersuchung von Fragmenten in den Trümmern daraufhin ist, dass es das gab, was Metallurgen als »Twinning« (Verkupplung) bezeichnen. Aber die WTC-Trümmer wurden so schnell wie möglich beseitigt, so dass keine forensische Analyse des Schutts zustande kam. Nahezu die gesamten 300.000 Tonnen Stahl der Zwillingstürme wurden an New Yorker Schrotthändler verkauft, diese wiederum ließen den Stahl auf Schiffe verladen, die ihn in Länder wie China und Korea exportierten, wodurch das Beweismaterial endgültig verloren ging.81
Warum diese Eile, fragten sich Kritiker, wenn die Regierung nichts zu verbergen hat?82
WTC 7: Obwohl der Zusammenbruch dieses 47stöckigen Gebäudes weitgehend ignoriert oder als Kollateralschaden abgetan wurde, gibt es doch in mannigfaltiger Hinsicht die meisten Rätsel auf. Da es nicht von einem Flugzeug getroffen wurde, greifen hier nicht die Erklärungen, die für den Einsturz der Zwillingstürme abgegeben wurden. In der Tat existiert keine offizielle Erklärung. Der Bericht der FEMA enthält viele Spekulationen, was geschehen sein könnte, aber bot keine einvernehmliche Feststellung.83 Auch der Bericht des House Science Committee, des wissenschaftlichen Dienstes des Repräsentantenhauses, blieb eine Antwort schuldig.84 Eine Erklärung, die von der Öffentlichkeit und den Mainstreammedien akzeptiert wird, ist folgende: obwohl Gebäude Nr. 7 – 108 Meter vom Nordturm und noch weiter vom Südturm entfernt – nicht von einer größeren Menge herabfallender Trümmer getroffen wurde, kamen genug Trümmer an, um ein Feuer zu entfachen. Außer der Tatsache, dass der Einsatzleiter der Feuerwehr seinen Männern aus unerfindlichen Gründen untersagte, das Gebäude zu betreten, war die Sprinkleranlage (unverständlicherweise) nicht in der Lage, diesen kleinen Brand zu löschen, so dass er sich in ein wütendes Inferno verwandeln konnte. Das Feuer erreichte schließlich die Dieseltanks im Erdgeschoss, die einige zehntausend Liter Kraftstoff enthielten. Das Feuer wurde dadurch so heiß, dass es die Stahlstruktur des Gebäudes schwächte, so dass es um 17.20 Uhr einstürzte.
Diese Theorie trifft auf zahlreiche Probleme. Erstens existieren keine Beweise für ein wütendes Flammeninferno. Hufschmid berichtet: »Jedes von Gebäude Nr. 7 aufgenommene Bild zeigt lediglich einige kleine Brände in wenigen Fenstern«, vor allem im 7. und 12. Stock.85
Zweitens gibt es wieder das Problem, wie ein kohlenwasserstoffgespeistes Feuer, auch wenn es wild gelodert hätte, den Einsturz herbeiführen konnte – insbesondere, weil auch in den Gebäuden 4, 5 und 6 Feuer brannten, sie aber stehen blieben.86 Darüber hinaus kann der Kollaps auch nicht teilweise mit dem Aufprall eines Flugzeugs und anschließendem Kerosinbrand begründet werden. Damit wäre WTC 7 das erste Stahlskelettgebäude überhaupt, das ausschließlich durch Feuerschaden eingestürzt ist.87 Sollte so etwas wirklich am 11. September geschehen sein, dann, so die Kritiker, würde dies ein Ereignis von überragender Bedeutung darstellen. Das komplette Fachwissen, das Architekten und Bauingenieure lange Zeit über Stahlskelettbauten angenommen haben, müsste revidiert werden. Versicherungen in aller Welt müssten auf Grundlage der Erkenntnis, dass gewöhnliche Feuer Stahlbauten einstürzen lassen können, die Prämien neu berechnen – und so weiter und so fort. Und doch wurde die Behauptung, WTC 7 wäre aufgrund eines Brandes eingestürzt, dahingehend akzeptiert, als ob das völlig normal gewesen sei. In einem Aufsatz mit dem Titel »WTC 7: der unwahrscheinliche Zusammenbruch« schrieb Scott Loughrey:
Die Versäumnisse der FEMA in Bezug auf den Kollaps von WTC 7 sind verblüffend. Strukturelles Versagen kommt normalerweise in dieser Größenordnung nie vor. Leben wir heute in einer Zeit, in der hohe Stahlbauten in Großstädten einstürzen können ohne nennenswerte Diskussionen über die Ursachen?88
Drittens gibt es diverse Besonderheiten, die problematisch für die offizielle Theorie wären, weil sie eine kontrollierte Sprengung implizieren. Hufschmid betont, dass der Zusammenbruch von WTC 7 in der Tat im Gegensatz zu den Zwillingstürmen auf eine typische Sprengung hinweist, weil »Gebäude Nr. 7 zuerst an der Basis einbrach.«
Als Gebäude Nr. 7 einstürzte, sackte das Innere zuerst ab und riss die Außenwand des Gebäudes nach innen. Im Ergebnis blieb ein kleiner Schutthaufen übrig, auf dem die Außenwände des Hauses lagen. So laufen konventionelle Sprengungen ab.89
Es gab eine große Menge Pulverstaub, obwohl es hier nicht so viel war und die größte Staubentwicklung am Boden stattfand, wo der Einsturz begann, nicht in der Luft.90 Es gab seismische Erschütterungen zum Zeitpunkt des Zusammenbruchs, aber sie waren rund zehn Mal schwächer als bei den Türmen, und es gab es nur zwei 'Hot Spots' in den Trümmer, wobei einer extrem heiß war.91 Auch hier wird von geschmolzenem Stahl berichtet, der an diesem Ort gefunden wurde.92 Schließlich wurde auch hier der Stahl schnell abtransportiert, wofür es noch weniger Gründe als bei den Zwillingstürmen gab, weil das Gebäude ja schon evakuiert war, so dass man nicht nach Überlebenden suchen musste. Also welche Begründung gibt es dafür, dass forensische Beweise vernichtet wurden – was im Allgemeinen als eine schwere Straftat angesehen wird?
Zum Schluss komme ich auf den Punkt zurück, dass der FEMA-Bericht tatsächlich keine Erklärung bot. Es hieß stattdessen:
Der Verlauf der Brände in WTC 7 und wie sie den Einsturz des Gebäudes verursachten, ist zum jetzigen Zeitpunkt unbekannt. Obwohl die Gesamtmenge des Dieselkraftstoffs auf dem Gelände eine enorme Energiequelle darstellte, hat die beste Hypothese nur eine geringe Wahrscheinlichkeit.93
Es muss jedoch anerkannt werden, dass die FEMA eine unmögliche Aufgabe bekommen hatte – den Zusammenbruch des Gebäudes zu erklären, dabei aber im Rahmen der offiziellen Theorie zu bleiben. Da die FEMA nicht vorschlagen konnte, dass der Zusammenbruch das Ergebnis einer kontrollierten Sprengung war, war das Beste, mit dem FEMA aufwarten konnte, eine Theorie, die »nur eine geringe Wahrscheinlichkeit hat.«
Das gleiche Verständnis muss Thomas Eagar und all den anderen Experten entgegengebracht werden, die höchst unwahrscheinliche Erklärungen zum Einsturz der Zwillingstürme abgegeben haben. Wäre nicht Political Correctness ein Faktor, so dass sie einfach die wahrscheinlichste Begründung hätten nennen könnten, hätten die meisten angesichts der Beweise sicherlich eine kontrollierte Sprengung in Betracht gezogen. Matthys Levy, nach dessen Ansicht die Türme fielen, weil der Stahl geschmolzen wurde, sagte beispielsweise: »Wenn man es sich so anschaut, sieht es schon sehr nach einer kontrollierten Sprengung aus.«94 Falls es sich tatsächlich um eine kontrollierte Sprengung handelt, würde dies selbstverständlich bedeuten, dass die Terroristen nur deshalb in der Lage waren, ihre Mission – die Zerstörung des World Trade Center – erfolgreich abzuschließen, weil es sich um einen »inside job« handelte.
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Die Fragen, die sich zur offiziellen Darstellung von Flug 11, Flug 175 und dem Einsturz der Gebäude 1, 2 und 7 des World Trade Center stellen, bedeuten nicht zwangsläufig eine Mittäterschaft des Präsidenten. Dennoch weisen sie auf eine Komplizenschaft auf Regierungsebene hin. Obwohl die Beweise dafür, dass die Terroranschläge auf das WTC ein »inside job« waren, bedeuten könnten, dass sie von Privatpersonen geplant wurden, deutet dennoch die Tatsache, dass forensische Beweise mit der Erlaubnis der Bundesregierung weggeschafft wurden, auf die in der Einleitung erwähnte Sichtweise hin: administrative Komplizenhaft innerhalb einer verdeckten Operation. Aber dann kann die erste Sichtweise – nach der kein US-Regierungsangehöriger eine Rolle bei den Attentaten spielte – ausgeschlossen werden, weil die Beweislage im Zusammenhang mit den Flügen 11 und 175 mindestens eine Beteiligung des NMCC und NORAD, also des Pentagons zu erfordern scheint. Die Beweislage zu den Flügen kann auch die zweite Sichtweise, dass keine US-Behörde über entsprechende Vorkenntnisse über die Angriffe verfügte, ausschließen. Die Anschläge auf das WTC hätten eigentlich nicht erfolgreich sein können, es sei denn, die entsprechenden Verantwortlichen hätten »stand down«-Befehle erteilt, um die üblichen Standardverfahren gerade an diesem Tag außer Kraft zu setzen. Obwohl dies für die fünfte Sichtweise spricht, wonach das Pentagon diese Befehle erteilte, ist es kaum glaubhaft, dass solche Anordnungen ohne Zustimmung des Weißen Hauses gegeben wurden. Auf jeden Fall haben die Analysen der offiziellen Darstellung der Anschläge auf das WTC in Hinblick auf diverse relevante Fakten beunruhigende Fragen hervorgebracht. Weitere Fragen dieser Art ergeben sich aus Spannungen zwischen den Fakten und der offiziellen Darstellung bezüglich der anderen Flüge.
Hinweis zur zweiten Auflage
Weitere Informationen zu den Standardverfahren bei möglichen Flugzeugentführungen – besonders dahingehend, ob diese Bestimmungen vor dem 11. September verändert wurden – finden sich im Nachwort.
© David Ray Griffin
Oliver Bommer (deutsche Übersetzung)
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